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 Ein Rudel entsteht...

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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 3:29 am

Ruhig, ja erstarrt blickte der Wolf der sich nähernden Fähe entgegen, verfolgte jeden ihrer Schritte mit einer regungslosen Miene, während sich in seinen Augen all seine Emotionen vermischten und jedem noch so ungeübten Beobachter verraten würden, dass Tyron zutiefst von der Wölfin verletzt worden war und sie aus einem Gemisch von Zuneigung, Verzweiflung, Wut über ihre Tat und Sorge erstrahlten. Der Rüde hatte durchaus wahrgenommen, dass es die Pfote war, die ihr wohl vor kurzem das schmerzerfüllte Jaulen entlockt hatte, denn er witterte das Blut, das herausdrang und er sah das Humpeln, welches ihn in seiner Annahme bestätigte. Mit jedem Schritt, den das Weibchen auf ihn zutat, wuchs die Sorge in den Augen des Wolfes, denn ihre Erscheinung konnte man wahrhaft als jämmerlich bezeichnen, derart besudelt und abgemagert wirkte die hübsche Fähe, die damals in ihrem Rudel, immer öfter, mehr als nur seinen brüderlich wachsamen Blick geweckt hatte. Tyron’s Ohren zuckten leicht, als ihre Stimme seinen Namen formte. Wie oft hatte er sich in den vergangenen Wochen ausgemalt, dass sie damals zu ihm gekommen wäre, anstatt zu Ciaran?! Wie oft, hatte sich der Rüde vorgestellt, dass sie ihn sanft mit seinem Vornamen anspräche und ihn aus ihren bezaubernden Augen liebevoll anblickte?
Als sich Dyani mit leiser Stimme bei ihm entschuldigte, ging ein sichtbares Schaudern durch den Leib des schlanken Wolfes; einerseits wollte der Wolf mit einem erleichterten Aufschrei den letzten Abstand zwischen ihren Körpern überwinden, doch andererseits hatte die Fähe ihn dermaßen gekränkt und enttäuscht, dass der Rüde nicht wusste, ob er das wirklich tun sollte. Dass er es wollte, keine Frage. Aber sollte er? Das Krächzen der sich erneut streitenden Vögel drang an das Gehör des Vierbeiners und befreite ihn aus seiner temporären Starre. Der Mexikanische Wolf trat einen Schritt auf die Jüngere zu, befahl sich aber wieder anzuhalten, kurz bevor sich ihre Leiber berührten. „Wieso…?“, hauchte er beinahe ebenso leise, wie es die Wölfin getan hatte. „Sag mir wieso, Dyani!“ Mit jedem Wort, das er beinahe krampfhaft ausstieß wurde seine Stimme lauter, zorniger gepaart mit einer tief greifenden Verzweiflung. Er wollte jetzt nicht gemein, oder gar kaltherzig ihr gegenüber reagieren, doch etwas in ihm war zerbrochen, als sie sich in seinen Augen ganz offenkundig für den dunklen Rüden entschied und sich von ihm selbst abwandte. „Warum bist du zu diesem Monster gegangen?! Warum?!“
’Warum hast du mich verraten?’
Tyron hatte seine Ohren nun ebenfalls dicht an seinen Hinterkopf gepresst, während sich seine Schnauze leicht kräuselte, ehe sich seine Lefzen flatternd hoben und mit einem Mienenspiel der puren Enttäuschung seine Zähne offenbarten. Sie hatte ihm einen Schlag versetzt. Mitten ins Gesicht, gerade dann, als er sie am Meisten gebraucht hätte und ohnehin schon am Boden gewesen war. Starr blickte er die Kleinere an, nicht einen einzigen Augenblick lang wagte der Rüde es, seinen Blick abzuwenden – viel zu wichtig war es ihm sie zu betrachten. Gewiss, wollte er ihr ansehen, wie sie reagierte, aber andererseits hatte Tyron sie in den vergangenen Wochen vermisst und sich trotz ihres Tiefschlages um die Wölfin gesorgt, denn der Wolf erinnerte sich an ihre Verzweiflung, als ihre Mutter getötet wurde und die Absichten des anderen Rüden immer deutlicher wurden. „Dyani, sieh mich an und sag mir wieso du das getan hast! Schau mich an! Nicht deine Pfoten, oder den Boden, auf dem sie verweilen! Jetzt sieh mich endlich an!“
Aus Verzweiflung geborener Zorn trieb den Rüden dazu an seine Worte mit einem leisen Knurren zu untermalen.
’Bitte sag mir weshalb. Bitte.’
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 5:02 pm

Tyrons Zorn erfüllter Blick, seine sich kräuselnde Schnauze und die blanken Zähne ließen die junge Wölfin erschrocken zurück weichen. Dyani schien bei jedem Wort des Rüden immer kleiner zu werden. Unterwürfig hatte sie die lange Rute zu Boden gerichtet, die weichen Ohren angelegt und den Kopf unsicher gesenkt. Erst in jenem Moment, als Tyron sie aufforderte ihr gefälligst in die Augen zu schauen, hob sie ihr Haupt wieder ein wenig an um eben jenes zu tun. Ihre Augen waren voller Scham und Trauer, und doch erschütterte sie die Verzweiflung und der Pein den sie in seinen eigenen lesen konnte so viel mehr, dass sich ihre Kehle schmerzend zuschnürrte. Aber was zum Teufel hatte sie erwartet? Das er ihr freudig entgegen sprang und auf gute Freunde tat? Waren sie überhaupt noch Freunde.. oder was viel wichtiger war, könnten sie jemals wieder welche werden?
Wieder wich sie ein paar humpelige Schritte zurück. „Ich..“ brachte sie zögerlich hervor. „Ich wollte nicht das du stirbst.. ich musste doch eingreifen!“ flüsterte sie so leise, dass man glauben könnte ihre Stimme könnte jeden Moment zerbrechen.
Wieder sah sie längst Geschehenes vor sich. Immer wieder sprangen die Wölfe sich an die Kehle, rollten laut knurrend und Zähne fletschend über den Boden hinweg, kämpften um Leben und Tod. Gnadenlosigkeit bestimmte diese Auseinandersetzung. Niemand hätte diesen Kampf freiwillig aufgegeben, denn es ging für beide auch um Stolz und Ehre.. für Tyron vor allem aber um Gerechtigkeit und Freiheit. Ciaran war ein mächtiger Gegner mit einer unermesslichen Kraft und Ausdauer. Er war hochgewachsen wenn nicht gleich Riesenhaft und war massiv wie ein unzerstörbarer Fels.
Tyron würde ihn nicht besiegen können, ganz gleich was er versuchen würde. Also lag es an ihr diesen Kampf zu beenden, bevor es zu spät wäre. Als ihr „Bruder“ am Boden lag und Ciaran kurz davor war ihm das Leben heraus zu reißen, sprang Dyani dazwischen und umgarnte den Alpharüden so geschickt, dass sie es schaffte die Aufmerksamkeit des Wolfes allein für sich zu gewinnen. So schleckte sie ihm fast schon zärtlich über die Schnauze als dieser sich von dem verletzten Tyron abwandte.
Traurig blickte sie auf den fliehenden Wolf zurück, spürte den Schmerz der sein Herz erfüllte und fühlte sich furchtbar elend. Jeder Schritt fühlte sich grausam schwer an, als wären ihre Pfoten voller Blei.
Mit einem Mal stand sie wieder vor Tyron der noch immer starr auf sie herab blickte. Ein leises Krächzen verriet ihr, dass die Raben noch immer auf dem toten Hirsch herum stolzierten und ein paar kleine Brocken aus diesem heraus rissen. Die Dämmerung setzte ein und nur noch wenige hartnäckige Sonnenstrahlen fanden ihren Weg auf die Felle der beiden Wölfe, die sich schweigend gegenüber standen.
„Ich wollte dich nicht verlieren..“ sprach sie mit einer brüchigen, gedämpften Stimme, ehe sie den Blick wieder abwandte und zu Boden starrte.
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 5:45 pm

Tyron Blick ruhte auf der heruntergekommenen Gestalt der Fähe und als sie endlich ihr Haupt erhob, um ihn wie gefordert anzusehen, ging ein erneutes Schaudern durch den Leib des Rüden, welcher sehr wohl das Schuldbewusstsein und ihren seelischen Schmerz in den Tümpeln ihres Selbst erkannte. Zu gerne würde der Wolf all das vergessen, was geschehen war, aber dieser Wunsch blieb ihm verwehrt, denn es war einfach zu schwerwiegend gewesen. „So nennst du das Eingreifen?! Du bist zu diesem… diesem Mörder gegangen und hast ihn umschmeichelt, wie eine läufige Hündin, die den einzigen potenten Rüden auf der gesamten Welt ansieht! Es ist nicht nur wegen mir, aber… wie konntest du zu ihm gehen, er hat deine Eltern ermordet! Er erst deinem Vater die Kehle heraus gerissen und als ihm deine liebe Mutter lästig wurde, hat er auch ihr das Leben genommen! Wie konntest du ihr Erbe nur derart beschmutzen?!“
Stummes Entsetzen bemächtigte sich des Jägers, welcher nur noch ein leichtes, verständnisloses Kopfschütteln zustande brachte, ehe er seinen Leib abrupt herum wandte und mit bedächtigen, unglaublich langsamen Schritten in die entgegen gesetzte Richtung ging. Er konnte das nicht mehr, er konnte es nicht ertragen Dyani ins Antlitz zu blicken und sich gleichzeitig ihres Verrates bewusst zu sein. Ihrer Sünde. Seine Pfoten trugen den mexikanischen Wolf mehrere Meter weit weg, ehe er erneut ausharrte: seine Läufen waren so unglaublich schwer geworden, dass er es einfach nicht mehr fertig brachte sie zu erheben und an einem weiter entfernten Fleck herabsinken zu lassen. Er konnte nicht mehr weiter. Die Beine Tyrons erbebten unter dieser schieren Last, ehe er seinen Fang öffnete um weitere Worte auszusprechen, die gar mit Sarkasmus gespickt waren. „Du wolltest mich also nicht verlieren? Genau dazu hast du beigetragen!“ Das Haupt des Rüden sank herab, während sich gleichermaßen seine Augen durch seine herab fallenden Lider vor dem schwindenden Sonnenlicht verbargen. Tyron wollte nicht mehr sehen. Nicht mehr hören.
Nicht mehr fühlen.
Auch der Wolf entschwand kurzzeitig in seinen Erinnerungen, die ihn seitdem jede Nacht in den Träumen quälten: Trotzig hatte der 5-Jährige vor dem dunklen Alphawolf Halt gemacht und ihn mit scharfer Stimme zu Recht gewiesen. Ja, er hatte ihm an den Kopf geknallt, dass er das widerwärtige Verhalten des Schwarzen nicht mehr dulden würde und er alles daran setzen würde, um zu verhindern, dass er weiterhin seine Untaten beginge. Tyron war sich des überrascht, entsetzten Publikums bewusst gewesen, er hatte gespürt, dass sie den Kampf der beiden ungleichen Wölfe zwar mitverfolgen wollten, aber niemals wagen würden, einzugreifen. Im gewissen Maße hatte der Rüde die anderen Rudelmitglieder für ihre Feigheit und Schwäche verabscheut, denn heimlich sprachen sie alle davon, dass sie es nicht länger aushielten, aber handeln, nun, das tat niemand. Niemand außer Tyron. Er war kein guter Kämpfer, eher nur ganz passabel, denn sein eigentliches Metier war die Jagd. Kein anderer Wolf konnte ihm in diesem Bereich etwas vormachen – gemeinsam mit seinem Blutsbruder hatte er stets aufs Neue die Angehörigen des Rudels überrascht, denn die Spürnase Tyrons war erstaunlich.
Trotzdem hatte sich der Rüde dem Dunklen entgegengestellt und ihm all das gesagt, was er an jenem anklagte. Noch bevor er wirklich mit seinen Ausführungen fertig gewesen war, hatte Ciaran bereits einen Satz auf den Wolf zugemacht und schon bald hatten sich die beiden Geschöpfe knurrend und immer wieder zubeißend am staubigen Boden gerollt. Schnell war allerdings deutlich geworden, dass der Alpharüde dem geschickten Jäger überlegen war, denn irgendwann hatten die Beine Tyrons ihm den Dienst verweigert, sodass er Hechelnd und aus etlichen Bisswunden blutend am Boden gelegen hatte – der Wut, oder der Gnade des schwarzen Siegers hilflos ausgeliefert. Es hatte den Verwundeten nicht im mindesten überrascht, das keiner der anderen Partei für ihn ergriffen hatte, denn sie waren allesamt Feiglinge, aber das seine, ja, seine Dyani zu dem Sieger gegangen war, wie um ihn zu beglückwünschen hatte ihn entsetzt. Sein Entsetzen hatte ihm die Kraft gegeben, sich wieder auf alle Viere zu erheben und zu flüchten. Aber er hatte viel zurück gelassen. Seine Heimat. Seine Familie. Seine Dyani.
Vielleicht zu viel?
Das Männchen öffnete seine Augen wieder, als er von dem sekundenschnellen Ausflug in seine Erinnerungen zurückkehrte. Es ließ sich nicht rückgängig machen. Es war nicht mehr seine Dyani. Nicht mehr seine Familie und auch nicht mehr seine Heimat. All das war nun Ciarans Besitz. ’Doch was tut sie hier?’ Langsam wandte der Wolf seinen Kopf in die Richtung, in welcher er wenige Meter entfernt die Fähe stehen gelassen hatte. Er wollte nicht gehen. Er wollte sie nicht noch ein zweites Mal verlieren, denn diesmal wäre es ganz allein seine Schuld. Würde er gehen, wären es seine Pfoten, die ihn von ihr fort trügen! Tyron hatte seinen Atem angehalten, sodass er diesen nun mit einem tiefen Schnauben entweichen ließ. Bedächtig drehte er seinen Körper zur Hälfe um, sodass er nun nicht mehr vollkommen von ihr abgewandt da stand. „Erklär es mir.“, forderte der Rüde mit einem möglichst neutralen Tonfall.
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Shenna

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 6:23 pm

Sie sah Zar an, als sie seine stimme hörte. Nochimmer hechelte sie heftig hielt aber einen moment inne um gespielt empört zu gucken." ...klar...hab ich...geatmet..." keuchte sie, sie wusste nicht wieso...doch sie konnte dem rüden nicht böse sein, im gegenteil sie musste über seinen kommentar grinsen.Noch einige minuten blieb sie liegen bis sie begann sich zitternd aufzurichten. Nun stand sie wieder, ihre Haltung war sofort wieder stolz und sie strahlte eine art kraft aus, obwohl sie nochimmer total erschöpft war." Wir suchen also...den Alpha...wenn ich recht verstanden habe...na dann...glaubt mir werte alphera das ich mein bestes tun werde um euch bei der suche zu unterstützen" Dann tat sie etwas was die grosse selbst überraschte, sie neigte den kopf als zeichen der annerkennung und unterwürfigkeit. Dann sah sie die Alphera einen moment an, wie um sich für die umstände zu entschuldigen die sie verursacht hatte. Doch im nächsten augenblick wante sie sich so gleichgültig ab, das man sich dem nicht sicher sein konnte. Shenna legte sich wieder hin, ihr blick lag auf Zar, er sah unheimlich gut aus, im schatten...wie ein Gott aus alten mythen...Umrisse der Blätter des Baumes zeichneten sich schemenhaft auf seinem schwarzen Fell ab und tanzden über seinen Körper. Shenna sah in die Ferne als ihr bewusst wurde das sie Eleazar nun länger als es Höflich war angesehen hatte. Sie hoffte das es niemandem aufgefallen war...und auch wenn sie es selbst verleugnete...der Rüde gefiel ihr...Shennas blick verlor sich in der Ferne,ab udn zu verschwamm zwischendurch ihr blick , nochimmer war sie erschöpft.
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 7:01 pm

Es war, als würde etwas unglaublich kraftvolles ihr mitten in die Magengrube schlagen. Ihr wurde mit einem Mal so furchtbar übel, dass sie glaubte den Halt und das Bewusstsein zu verlieren. Tyrons Worte trafen ihr Herz mit einer so grausamen Wucht, dass es drohte zu zerbrechen. Einige Augenblicke verharrte sie regungslos, starrte atemlos auf Tyron und presste schließlich ihre Augenlieder unter einer entsetzlichen Qual aufeinander.
„Wie kannst du nur hier stehen und mir so etwas furchtbares entgegen schleudern..“ sprach sie schließlich zwischen knirschenden Zähne hindurch. „Wurden deine oder meine Eltern ermordet? Ich kann mich nicht entsinnen, dass Ciaran deinen Eltern das Leben entriss! Und nun stehst du hier vor mir, und wagst es tatsächlich zu behaupten ich würde ihr Erbe beschmutzen? Es waren meine Eltern verdammt, meine herzliche Mutter die mir so vieles bei brachte und doch zu wenig, mein Vater der mir so viele Geschichten und Legenden erzählte.. und du denkst, das alles bedeutet mir.. nichts? Du hast nicht die leiseste Ahnung was in mir vorging, als Er ihnen das Leben nahm, du weißt gar nichts!“ Dyanis Stimme bebte. Ein Zittern, gemischt aus Wut, Verzweiflung und Trauer bahnte sich den Weg durch Dyanis mageren Körper.
„Du hast kein Recht der Welt, dir so etwas heraus zu nehmen! Jeder klar denkende Wolf hätte genau so gehandelt wie ich. Ich weiß es war nicht die feine Art, aber soll ich mich während deines Kampfes mit Ciaran zurückziehen und stundenlang Pläne schmieden? Nein, ich musste handeln und zwar gleich. Oder hättest du dich an meiner Stelle an die Kehle dieser Bestie geworfen.. damit auch mein Urteil gesprochen war? Ich glaube nicht, dass eines der anderen Rudelmitglieder mir zur Hilfe gekommen wäre!“
Dyani stand immer noch an der Stelle an welcher der Rüde sie zurück gelassen hatte. Sie hatte den Blick gesenkt und spürte wie sich der Schmerz über Tyrons Worte sich in ihren Gliedern ausbreitete.
Weitaus ruhiger war die Stimme der jungen Wölfin, als sie erneut erklang. „Als ich da stand und sah wie Ciaran über dich herfiel wusste ich keine andere Lösung als ihn zu umgarnen...“ flüsterte sie. „Ich selbst habe mich für dieses Verhalten geschämt.. geekelt habe ich mich, dass musst du mir glauben. Erst mein Vater, dann meine Mutter.. du durftest nicht der nächste sein, ich konnte dies unmöglich zulassen.“ Dyani erhob sich langsam und tapste mit einer Mischung aus Vorsicht und Zielsicherheit zu dem Rüden hinüber.
Ein Rabe flog krächzend hoch und flatterte unsicher über dem Kadaver her als sich die Fähe ihm näherte. Sogleich hatte sich der schwarze Vogel bedroht gefühlt und versuchte nun durch möglichst viel Krach die Wölfin von seinem Futter fernzuhalten. Erst als er bemerkte, dass Dyani nicht das geringste Interesse an ihm und seinem Fleisch zeigte, beruhigte er sich wieder.
In einem Abstand von ca. einem Meter blieb sie stehen, setzte sich auf ihre Hinterläufe und beobachtete den Rüden. Sie hatte sich beruhigt, trotz allem war der Schmerz immer noch eine schwere Last für sie. „Dachtest du wirklich, ich könnte Gefallen an einem so stinkigen und protzigen Wolf wie Ciaran finden?“
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 7:38 pm

Mit zuckenden Ohren lauschte der Rüde den zurecht von Wut und Trauer gezeichneten Worten, denn trotz der Tiefe seiner Kränkung hatte sie ganz recht: es stand ihm nicht zu ihr derartiges vorzuwerfen, selbst wenn es in seinen Augen die Wahrheit gewesen war. Bis zu jenem Moment, indem er seine schrecklichen Vorwürfe aussprach hatte er daran geglaubt. Er war fest davon überzeugt gewesen, dass es sich genauso zugetragen hatte und Tyron hatte sich nicht erklären können, wieso Dyani so gehandelt hatte, obgleich er sie doch bereits so lange kannte und niemals erwartet hätte, dass sich die Fähe so verhalten würde. „Ich…“, fing der Wolf an, vielleicht um sich zu verteidigen, oder aber um eine Entschuldigung zu formen? Ehe es jedoch so weit kommen konnte und sich der Rüde entscheiden musste, was genau er nun tatsächlich sagen wollte, hatte sein Augenpaar bemerkt, dass sich das Weibchen auf ihn zu bewegte und dann kurz bevor sie ihn erreichte in eine sitzende Pose glitt.
„Ich…“ Erneut versuchte Tyron seine Stimme zu erheben, doch bereits nach diesem einzelnen Wort verstummte der Wolf wieder, während sich die Ausdrücke in seinem Mienenspiel sekündlich abwechselten. Schmerz. Wut. Reue. Das Haupt des Rüden sank herab, er wagte nicht mehr in ihre schönen brauen Augen zu blicken, denn sie hatte wohl doch nur so gehandelt, wie es ihr am Besten erschienen war. ’Ja… was hätte sie auch sonst tun sollen? Ihm an die Kehle springen? Sie hat Recht, er hätte sie vermutlich ebenfalls getötet und es genossen ihr Lebenslicht vor dem Meinen zum Verlöschen zu bringen, einzig und allein damit ich mich gräme Schuld an ihrem Tod gewesen zu sein. Ich war so dumm. So dumm.’ Der Rüde atmete tief durch, ehe er seinen Kopf wieder anhob und ihrem Blick begegnete. „Verzeih mir.“ Tyron löste sich aus seiner erstarrten Haltung und überwandte den Abstand zwischen sich und der Fähe mit mühsam gezügelten Schritten. Beinahe unterwürfig ließ er seinen Kopf fallen, um ihr jenen voller Vertrauen an die Kehle zu drücken – ein eindeutiger Beweis für seine Zuneigung, seine Untergebenheit und den Wunsch, all die böswilligen Worte zurück zu nehmen. „Ich dachte das wirklich… ich… ich glaubte du würdest ihm nun doch nachgeben und… oh Gott. Es tut mir so Leid, Dyani! Ich verdanke dir mein Leben und was tue ich? Dich beleidigen und dir ungerechte Dinge an den Kopf werfen. Bitte verzeih einem dummen verliebten Narren.“
Was hatte er da gesagt?! Verliebt? Nie zuvor hatte der mexikanische Wolf es ausgesprochen, ja er war sich sicher gewesen, dass die Wölfin ihn wie einen Bruder liebte, aber eben nur, wie einen großen Bruder und nicht wie einen eventuellen Gefährten. Die Emotionen des Wolfes stattdessen hatten sich gewandelt, es war nicht nur Freundschaft die er für das Weibchen empfand. Es war mehr. Viel, viel mehr und obgleich er wusste, dass er sich auf ein sehr dünnes, unsicheres Eis begab, als er diese Tatsache offenbarte, vermochte der Rüde nicht länger zu schweigen, oder gar seine Gefühle zu verleugnen. ’Ob ich wohl nun alles zunichte gemacht habe? Sie mag mir gefolgt sein, aber gewiss ist sie nur ihrem geschätzten Bruder nachgelaufen, wie bereits zu damaliger Zeit und nicht mir, als Rüde. Ich hätte es nicht sagen sollen, vielleicht kann ich sie ablenken, indem ich nun irgendetwas anderes anspreche? – Verflucht. Ich weiß nicht was.’ Da der Wolf sein Haupt noch immer an ihren Hals gepresst hatte, war es nun an ihm diese Berührung zu beenden und scheu einen, nein zwei Schritte zurück zu weichen und ihrem Blick wenn möglich zu entgehen.
Tatsächlich sah er betreten zu dem Hirschkadaver und den etlichen schwarzen Freunden, die ihm den Weg zu diesem Mahl gewiesen hatten. ’Ah! Ich weiß etwas! Dyani muss Hunger haben!’ Gerade wollte der Wolf seine Stimme erheben, um möglichst unverfänglich darauf hinzuweisen, dass seine Beute auch ihre Beute war, da brachte er es nicht über sich. Er konnte es nicht.
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 8:53 pm

Dyanis angespannte Körperhaltung löste sich mit einem Schlag und auch die Verzweiflung, die Angst und vor allem der Schmerz, fiel wie ein schwerer Stein von ihrem Herzen. So sehr hatte sie sich nach diesem Moment gesehnt, der Augenblick indem sie Tyron gegenüber steht, ihm erklärt was sie zu ihren Taten bewegt hat und er es versteht. Das er es nachvollziehen kann und das gut gemeinte in ihrer Erklärung erkennt. „Du ahnst nicht wie glücklich es mich macht, dass du mich verstehst und mir verzeihen kannst. Ich kann mir vorstellen, wie es für dich ausgesehen haben muss, als ich mich Ciaran zuwendete anstatt dir“
In jenem Moment, als Tyron seinen Kopf an ihre Kehle drückte, schloss die Fähe mit einem zufriedenen Seufzer ihre Augen und genoss den Augenblick so intensiv, als wolle sie ihn auf Ewig festhalten.
Entspannt horchte die schlanke Wölfin seinen Worten.. als plötzlich.. Was hatte er da gerade gesagt? Bitte verzeih einem dummen verliebten Narren? Ihr Herz setzte für einen Moment lang aus. Ein Anstoß von Adrenalin jagte durch ihren Körper, welcher sich eh gerade erst von seinem Zorn erfüllten Beben erholt hatte.
Tyron ihr „Bruder“, ihr Beschützer und Freund hatte sich in Dyani verliebt? Was sollte sie jetzt sagen? Wie sollte sie reagieren? „Ich äh..“ brachte sie unter einem Zögern hervor, ehe ihre Stimme versagte und sie den Blick von Tyron abwendete. Was war nur los mit ihr? Wieso konnte sie nichts erwidern.. geschweige auf irgendeine andere Art reagieren?
Ein warm-wohliges Gefühl breitete sich mit einem Mal in Dyanis Bauch aus, welches durch ihren gesamten Körper strömte und ihren Beinen fast die Stärke zum Stehen nahm. Nie zuvor, hatte sie sich so glücklich und zufrieden gefühlt.
In ihrem Innersten hatte auch sie eine große Vorliebe für ihr Gegenüber, nur hatte sie es bisher nicht wahrhaben wollen. Sie war mit dem Rüden von klein auf zusammen gewesen und hatte sehr viel Zeit ihres Lebens mit ihm verbracht, wenn auch er sie in der Welpenzeit des öfteren Mal ignoriert hatte. Hätte ihr damals, in ganz jungen Jahren, jemand erzählt das sie jemals Gefallen an dem Rüden finden könnte, hätte sie lauthals los gelacht und es sogleich abgestritten.
Aber jetzt würde sie es nicht mehr abstreiten.
Wenn sie so darüber nachdachte, so hatte Tyron ihren Blick schon zu Rudelzeiten auf sich gezogen. Immer war sie neugierig gewesen wohin der junge Rüde tapste und sobald er im Wald verschwunden war, stahl sie sich davon um ihm zu folgen.
Dyani schaute Tyron, der sich ein Ablenkmanöver überlegte, an und machte einige Schritte auf ihn zu. Obwohl sie dreckig war, humpelte und ihr Fell total zerzaust war, wirkte sie wunderschön. Ihre sanften Augen strahlten ihn voller Wärme an und auch ihre Körpersprache verriet ihm nichts anderes als pure Zuneigung. Dicht vor ihm blieb sie stehen, stupste seine schwarz Nase liebevoll mit der eigenen an, schleckte zärtlich über seine Lefzen hinweg, wagte noch einen kleinen weiteren Schritt um sich dann eng an ihn zu schmiegen.
Und so verharrte sie eine Weile den Moment genießend, seinen angenehmen bekannten Geruch einatmend und nichts anderes mehr zu empfinden als pures, reines Glück.
Sie sagte nichts, denn manchmal sagen Gesten mehr als tausend Worte.
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Aug 25, 2009 9:55 pm

Schweigend starrte der Rüde weiterhin zu den Gefiederten, während er der leisen Stimme der Wölfin lauschte. ’Nun ist es aus.’, dachte Tyron, da er die deutlich wahrnehmbare Zögerung als eine negative Antwort erachtete, auf die nur eines folgen könnte: sofortige Ablehnung. Gerade wollte der Wolf sich bei der Fähe entschuldigen und sie bitten, dass sie sein Geständnis doch bitte wieder vergessen solle, als sich die Erstarrung des Weibchens löste und sie voller Hingabe auf ihn zu bewegte. ’Was? Was tut sie da?’ Die Augen des Rüden weiteten sich, als sie ihm die Zärtlichkeiten zuteil werden ließ und mehrere Herzschläge lang war es dem Wolf missgönnt sich regen zu können.
Er war fassungslos. Überglücklich. Abgedreht und derart selig, dass sich in seinen Augen die Gefühle wie Freude, Liebe und Glück um den besten Platz stritten. Ein leises, wohliges Seufzen verließ seine Kehle und all seine Anspannung verflog. ’Das… das heißt sie… sie…’ „… liebt mich.“, wisperte er mit einem winzigen Nachhall von Überraschung. Kurz darauf hatte der schlanke Rüde seine Schnauze sanft in ihrem Fell vergraben, um mit halbgeschlossenen Augen die vertraute Witterung der Fähe in sich aufzunehmen und sich wahrhaft zu vergewissern, dass Dyani kein Trugbild, ein Wesen aus einem Traum, oder gar eine Fata Morgana war. Eng presste sich der größere Leib des Rüden an die Wölfin, ein wohliges Brummen brachte seinen Brustkorb zum vibrieren, so sehr genoss er die Wärme Dyanis an sich zu spüren, mitsamt dem Wissen, dass die Wölfin nunmehr und unabänderlich die seine war. ’Die meine.’, wiederholte er andächtig in seinen Gedanken, er würde sie nicht mehr gehen lassen. Nie mehr! Eine Welle von Empfindungen stieg in dem Inneren des Rüden an, der sich reglos dem Hochgefühl hingab. Die Schnauze des Wolfes blieb noch mehrere Atemzüge lang tief in ihrem Pelz verborgen, ehe er sein Haupt langsam wieder anhob, um Dyani zärtlich über den Nasenrücken zu lecken. Das interessante Augenpaar des Wolfes fixierte die zierliche Gestalt der Wölfin, um nichts in der Welt wollte er sich diesen Moment nehmen lassen. Langsam umkreiste der Größere Dyani, doch der Körperkontakt verlor sich dabei nicht eine einzige Sekunde, denn Tyron strich an ihrer Flanke entlang, ehe er schließlich wieder vorn bei ihrem Haupt inne hielt und seinen Hals reckte, um ihr zärtlich an der Kehle zu knabbern.
Sie buschige Rute des Wolfes bewegte sich während des ganzen Vorganges sanft hin und her, ihm war, als könne er gar nicht mehr damit aufhören. „Dyani“, flüsterte er in ihr Ohr, welches in seine sanften Liebkosungen miteinbezogen wurde, indem er ihr unglaublich zärtlich die Stelle hinter dem Ohr mit Zähnen und Zunge bearbeitete. „Ich habe mir so lange gewünscht, dass tun zu können…“ Noch immer war die Stimme des Rüden derart leise, sodass selbst die Fähe, welcher er die Worte in die Ohren hauchte, aufmerksam lauschen würde müssen, um Tyron zu verstehen. Langsam ließ er wieder von der Wölfin ab, um einen Blick in ihre Augen zu werfen, die ihn schon seit dem Tage fasziniert hatten, als er ihr zum ersten Mal in die Seelenspiegel hatte blicken dürfen. Gewiss, damals war sie noch ein Welpe gewesen und er hatte sich meist von ihr belästigt gefühlt, aber ihr Augenmerk barg etwas Mystisches, welches den geschickten Jäger schon immer gefesselt hatte. „Du musst Hunger haben, schließlich hast du mich in so kurzer Zeit eingeholt und das obwohl ich bei weitem nicht getrödelt habe.“ Ein Lächeln zupfte an den Lefzen des Wolfes, ehe er sie leicht in die Seite stupste, damit sie zum Kadaver des Hirsches gehen würde. Selbstverständlich würde Tyron ihr dabei nicht von der Flanke weichen, viel zu sehr genoss er das Gefühl, wenn sein Fell, an dem ihren rieb.
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Mi Aug 26, 2009 12:49 am

Selbst der unfähigste Betrachter hätte bemerkt, wie sehr Dyani die Liebkosungen des Rüden genoss. Er war in seinen Berührungen so zärtlich, dass es nicht verwunderlich gewesen wäre, wenn sie ihm einfach dahin geschmolzen wäre. Ein leises, glückliches Murren entwich ihrer Kehle und zufrieden öffnete sie die Augen als er sie wegen des Hungers ansprach. Ihr Magen knurrte hörbar laut, was sie daran erinnerte welch großen Appetit sie doch hatte.. und vor allem, wie lange schon.
„Ja, du hast recht. Ich habe wirklich einen Mordshunger“ kicherte sie vergnügt, tapste an ihm vorbei auf den Hirsch zu, jedoch darauf achtend ihn an der Flanke zu streifen und ihm einen .. ja fast schon verführerischen Blick zu schenken. Mit ihrer gazellenhaften Gestalt stand die junge Fähe nun vor dem Hirsch, spürte wie ihr so gleich das Wasser im Munde zusammen lief und machte einen erbärmlich ausgehungerten Eindruck. Ohne auch nur auf ein weiteres Wort des Wolfes zu warten, scheuchte Dyani die empörten Raben davon und riss sogleich einen großen Brocken aus dem Kadaver. Sie schlang als bestünde die Gefahr, das sie für die nächsten zwei Jahre kein bisschen Fleisch zwischen die Kiefer bekommen könnte. „Oh..“ murmelte sie aus ihrem blutigen, vollem Maul hervor „Es schmeckt so lecker.. ich hatte vergessen wie gut Wild schmecken kann..“ sprach sie so weit ihr volles Maul dies zu lies und senkte ihr Haupt schließlich wieder gen Oberschenkel des Hirsches.
Eine Welle von Zufriedenheit durchströmte den Leib der Wölfin, während sie sich wieder Tyron zu wandte und ihn aus sanften Augen musterte. Sie tapste hinkend auf ihn zu, schleckte ihm genießerisch über die Schnauze, die Ohren und die Kehle, ehe sie sich ein Stück entfernt nieder lies. Der Schmerz, verursacht durch das Steinchen in der Pfote, zog mittlerweile ihr Bein hoch und brachte die Wölfin dazu sich zu hin zu legen. „Dieses fiese, kleine etwas“ murmelte sie leise, während sie sich mit den Zähnen in ihrer Pfote rum knabberte. Sie musste dafür sorgen, dass sich dieser nervige Stein recht bald aus ihrer Pfote verabschiedete, ansonsten könnte er zu einer heftigen Entzündung sorgen, die weit schmerzhafter sein würde als das bisherige.
„Sag mal.. wohin willst du eigentlich ziehen?“ Dyani erhob kurz ihr Haupt. „Era und die anderen tun mir leid. Der Gedanke das ich sie mit diesem Untier zurück gelassen habe erfüllt mich mit Schmerz. Du musst wissen, dass ich ohne Eras Hilfe niemals hier sein könnte. Sie hat Ciaran abgelenkt und nur dank ihr konnte ich unentdeckt fliehen.“ Ein schwerer Seufzer entfloh ihr, während sie wieder in ihrem Lauf herum wühlte. „Mit einem guten und sicheren Plan könnte ich zurück kehren.. und vielleicht..“ sie führte den Satz nicht zu ende, denn die Wahrscheinlichkeit den Alphawolf alleine von seinem Thron zu stürzen war gering.
Erneut schaute sie auf und blickte voller Sehnsucht in Tyrons Richtung. Sie wünschte sich er würde neben ihr Platz nehmen und sie könne so seine Wärme und Geborgenheit spüren, die er so intensiv ausstrahlte. Aber noch war die Unsicherheit und der Scham zu groß dies einfach so frei hinaus zu posaunen.
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Mi Aug 26, 2009 2:10 am

Ein leises, raues Lachen stahl sich aus der Kehle des Rüden, als er das unüberhörbare Knurren aus ihrem Magen vernahm. Als sie schließlich zu dem Kadaver des Hirsches tapste tanzte ein Ausdruck purer Verzückung auf dem Antlitz des Wolfes, denn trotz der Tatsache, dass die Fähe momentan einen sehr heruntergekommenen, ja abgemagerten Anblick bot, war es ihr ganzes Wesen, welches Tyron verzaubert hatte. Ein Zauber, für den es keinen Auflösungsbann gab. Nicht nur sein Blick folgte der Fähe bis zu der Beute, sondern nach einem kurzen Moment des Zögerns schloss sich sein gesamter Leib an, sodass der Rüde neben der Wölfin zum Halten kam und sich ihre beiden Flanken beinahe berührten. Kurz harrte er neben ihr, ehe der Wolf einen der Raben fixierte, welcher klammheimlich wieder näher gehüpft war. Die Augen ließen nicht mehr von der kleinen, gefiederten Gestalt los, als sich bereits die Muskeln unter seinem Fell anspannten und er mit einem gewaltigen Satz über den Kadaver hinweg sprang und dem Raben einen tierischen Schock versetzte, indem er direkt vor ihm landete und einen Biss andeutete. Krächzend erhob sich der vertriebene schwarze Freund in die Luft, um nun vorerst den Abstand zu wählen, schließlich wollte der Rabe nicht zwischen den Fängen des Wolfes enden.
Mit stolz erhobener Rute und einem frechen Grinsen stolzierte der vermeintliche Sieger zurück an jenen Platz, an dem er zuvor gestanden hatte und so kam es, dass die gesättigte Wölfin auf ihn zukam und ihn mit kurzen Liebkosungen belohnte, ehe sie sich ein kleines Stück entfernt niederließ. Kurz beobachtete Tyron ihr Verhalten, ehe er, bereits bevor sie ihn sehnsuchtsvoll ansah, wieder losging, um sich direkt neben ihr auf dem Boden zu platzieren und sein Haupt auf ihren Rücken abzulegen. „Ich weiß es nicht. Zuerst, da wollte ich einfach nur so viel Abstand, wie nur möglich, zwischen mich und unser Rudel bringen – denn ich wusste schließlich nicht, ob Ciaran vielleicht andere Wölfe hinter mit herschicken würde, um mich letztendlich doch zur Strecke zu bringen. Und nun, da du auch geflohen bist, denke ich es wäre ratsam noch mehr Meilen zwischen uns und Ciaran zu wissen, denn er ist unberechenbar, besonders dann, wenn er etwas bekommen will.“ Ein Seufzen drang aus seiner Kehle, während sich seine Ohren langsam anlegten. „Ja, auch mir tun die anderen Wölfe leid, aber wenn sie gehandelt hätten, wäre es erst gar nicht so weit gekommen! Hätten sie wie eine Einheit reagiert, hätten sie den Tod deiner Eltern verhindert und dafür gesorgt, dass diese Bestie aus dem Revier vertrieben worden wäre!“ Der Rüde ließ einem Augenblick verstreichen, ehe er erneut seine Stimme erhob. „Ich denke, dann muss ich Era danken. Ich hoffe ihr geschieht nichts, da sie es doch war, die dir geholfen hat. Du, Dyani? Hast du eigentlich darauf geachtet, ob dir jemand folgt? Es könnte schließlich sein, dass er dir jemanden nachgeschickt hat, obwohl ich glaube, dass jener Wolf dann ebenso hungrig sein dürfte, wie du es warst. Außer natürlich es sind dir mehr als nur ein Verfolger auf den Fersen, dann könnten sie gejagt haben…“ Deutlich spürte man, dass ein Misstrauen in dem Rüden erwacht war, obgleich er sonst nicht derart paranoide Gedankenzüge hatte. „Aber ich mache mir vermutlich ganz umsonst Sorgen, es wird dir schon niemand gefolgt sein.“
Langsam hob der Wolf sein Haupt, um es vom Rücken der Fähe herunterzuziehen und sich auf seine Pfoten zu stellen. So veränderte der Rüde seine Position, denn er wollte an ihre Vorderläufe heran kommen, besonders jenen, in welchem sich der Stein verbarg. „Zeig mal her“, murmelte der Wolf, während er sich wieder hinlegte und seine Schnauze nach der wunden Pfote ausstreckte und sanft einmal über den schmerzenden Pfotenballen leckte. Mit einem kurzen Blick vergewisserte sich Tyron, dass er das Einverständnis des Weibchens hatte, ehe er mit seinen Zähnen an ihrer Pfote knabberte und so den spitzen Übeltäter heraus bekam. Doch selbst als der kleine Stein verschwunden war, ließ er ihre Pfote nicht in Ruhe, sondern fuhr mit seiner weichen Zunge zärtlich, ja liebkosend über den Ballen, bis gar der leichte Blutstrom, der davon ausgegangen war, verebbt war. „Schon viel besser… nicht wahr?“
Erneut änderte der Wolf seinen Standtort, sodass er sich binnen kürzester Zeit wieder neben der Fähe wiederfand, seinen eigenen warmen Leib dicht gegen den ihren gepresst, möglichst jeden Zentimeter, an den er herankam, ihres Körpers berührend. „Wir zwei werden nichts ausrichten können. Und glaube bloß nicht, dass ich dich allein in die Höhle des Löwen zurückkehren lasse, das ist zu gefährlich. Aber selbst wenn ich dich begleite, ich bin leider kein Kämpfer und ich habe gegen ihn keine Chance. Auch wenn wir ihn zu zweit angegriffen hätten, bezweifle ich, dass wir siegreich wären. Im Grunde haben wir also die Wahl zwischen der Flucht, oder aber wir begeben uns auf die Suche nach anderen einsamen Wölfen, die uns bei dem Fall Ciarans unterstützen würden.“ Kaum war die warme Stimme des Rüden verklungen begann er bereits wieder innig über ihre Schnauze zu lecken, um das Blut von der Nahrungsaufnahme davon zu tilgen. Kein einziger Sprenkel konnte seiner sorgfältigen Säuberung entgehen.
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Mi Aug 26, 2009 1:57 pm

„Ja, womöglich hast du recht, aber ich kann nicht aufhören mich um Era und die anderen zu sorgen. Ich habe sie alle sich selbst überlassen“. Dyani senkte traurig ihren Blick. „Ehrlich gesagt... habe ich gar nicht darauf geachtet ob mir jemand gefolgt ist oder nicht. Als sich die Chance ergab bin ich sogleich davon gestürmt. Aber ich schätze doch das es mir irgendwann aufgefallen wäre, wenn mir jemand gefolgt ist“ Nachdenklich verzog sie das Gesicht und eine leichte Besorgnis spiegelte sich in ihren Augen wieder.
Der aufgescheuchte Rabe lies sich ca. zwei Meter entfernt neben dem Kadaver nieder. Er wirkte aufgebracht und misstrauisch. Immer wieder beäugelte er die beiden Wölfe, abschätzend ob sie ihn ein weiteres Mal von dem toten Hirsch wegjagen würden. Als er sich sicher war, dass die Beiden kein Interesse an ihm oder dem Wild zeigten, hopste er auf das tote Tier zu um dann wieder wild drin herum zu pieken.
Eine leicht kühle Brise fegte über den Boden hinweg, während Tyron in der Pfote der Fähe herum knabberte und sie endlich von dem fiesen Übeltäter befreien konnte. „Oh danke!“ Dyani japste zufrieden auf und schleckte dem Rüden dankbar über die Schnauze. Die kleine Wunde brannte zwar noch, aber wenigstens konnte sie nun anständig verheilen. „Dein Einfall ist wirklich gut. Stell dir vor, wir finden andere Wölfe... noch größere als wir es sind, die bereit wären uns in diesem Kampf zur Seite zu stehen“ Die Wölfin begann aufgeregt zu wedeln und schleckte Tyron hibbelig über sein Ohr. „Dann zeigen wir es diesem Untier! Der wird noch sein blaues Wunder erleben und sich wünschen, sich nie so aufgeführt und sich mit uns angelegt zu haben“ kicherte sie ein wenig teuflisch und rollte sich auf den Rücken.
„Weißt du Tyron, ich bin so froh das ich dich gefunden habe. Ein paar Mal hab ich deine Fährte verloren, das war wirklich schlimm. Ich war wirklich am Rande der Verzweiflung angekommen“ seufzte sie und rollte sich in Tyrons Richtung auf die Seite. „Aber nun habe ich dich gefunden...“ flüsterte sie sachte „und jetzt wird alles gut“ lächelte sie und blinzelte den Wolf aus glücklich strahlenden Augen an.
Mit einem Mal begann Dyani an aus vollem Leibe zu lachen. Sie lachte und kicherte so stark, dass ihr die Tränen aus den Augen kullerten und in ihrem Fell verebbten. „Tyron..“ giggerte sie „Stell dir vor Kenai würde uns nun so sehen.. er könnte seinen Augen nicht trauen“ kicherte sie vergnügt. Nachdem sie sich beruhigt und an Tyron gekuschelt hatte, lag nun ein entspanntes, herzerfreutes Schmunzeln auf ihrem Gesicht.
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Mi Aug 26, 2009 7:37 pm

„Ja, ich hoffe nur, wir begegnen wirklich anderen, uns friedlich gesinnten Wölfen. Vielleicht sollten wir nachher gemeinsam heulen und lauschen, ob wir eine eventuelle Antwort bekommen. Wenn wir jedoch keine bekommen – wollen wir uns nach Norden, Süden, Westen oder gar nach Osten wenden? Möchtest du in der Wärme verweilen, oder lieber in kältere Regionen ziehen? Wo immer du hingehen magst, ich werde dich begleiten. Außerdem…“ Ein Grinsen zierte das Antlitz des Wolfes, der mit seinen nunmehr neckischen Worten fortfuhr. „Außerdem muss doch jemand auf dich aufpassen!“ Der Rüde reckte sein Haupt, um der Fähe frech am Ohr zu ziehen. ’Was wohl geschehen wäre, wenn sie mich nicht hätte einholen können? Wenn sie meine Spur endgültig verloren hätte. Wäre sie dann solange herumgeirrt, bis ihre Pfoten sie nicht mehr tragen könnten? Wäre Dyani so lange weiter gelaufen, bis die Schwäche es ihr verbot und dann jämmerlich dahin gesiecht? Sie ist so dünn. Wahrscheinlich hat sie in den vergangenen Tagen nicht ein einziges Mal ein größeres Beutetier erwischt und war so immer hungrig, während ihre Kräfte nach und nach ihrem Leibe entwichen. Oh, ich will mir gar nicht ausmalen, was geschehen wäre, wenn sie heute nicht hier an meiner Seite läge.’ Rasch verdrängte der mexikanische Wolf seine Gedanken, denn er sah ein, dass er sich lieber daran erfreuen sollte, dass Dyani es zu ihm geschafft hatte und nicht auf dem Wege hilflos verendet war.
„Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn du mich heute nicht gefunden hättest – was wenn du meine Fährte auch heute wieder verloren und geradewegs an mir vorbeigelaufen wärest? Ich bin so unglaublich erleichtert, dass es dir gut geht.“ Deutlich konnte man in der warmen Stimme des Wolfes jene Erleichterung widerhallen hören, denn die Freude und das Wissen, dass das Weibchen es unbeschadet zu ihm geschafft hatte, erfüllten sein ganzes Herz. Seine Seele. Ein leises Schnaufen drang aus der Kehle des Wolfes, während er seine Schnauze auf seine Vorderpfoten bettete und die Fähe ganz genau im Auge behielt. So, wie er es schon immer getan hatte. So, wie es das Versprechen, welches er dem sterbenden Kenai gegeben hatte verlangte und so, wie er es nun auch ohne jenes Gelübde bis zu seinem letzten Atemzug tun würde. Nur wenn die Wölfin ihn irgendwann einmal nicht mehr wollte, dann würde er sie ziehen lassen, allerdings – so wusste der Rüde tief in seinem Inneren – würde er ihr wohl auf leisen Pfoten folgen und Abstand halten, jedoch nicht zu viel, sodass er eingreifen könnte, wenn sie ihn bräuchte. ’Ich bin schon ein Narr.’
Als das Kichern aus der Kehle Dyanis drang und gar ihren ganzen Körper beherrschte erhob der Wolf seinen Kopf von seinen Läufen, um die Fähe teils überrascht, teils skeptisch zu betrachten, denn erst als sie den Grund ihres Lachanfalls aussprach, fiel der Groschen bei Tyron. Die Lefzen des Wolfes zuckten amüsiert, ehe sich ein leises Lachen aus seiner Kehle stahl und sich mit den wohlklingenden Tönen der Wölfin vereinte. „Du hast recht, oh je, ich kann mir vorstellen, wie er uns angeblickt hätte, würde er es noch erleben können. Kenai würde es vermutlich gar nicht glauben können, denn wir beide waren damals nun wirklich nicht sehr … nun ja, wenn ich ehrlich bin, als Welpe warst du wirklich tierisch nervig. Aber das weißt du ja, schließlich habe ich es dir oft genug an den Kopf geworfen – jedes Mal nahm dich Kenai in Schutz und stritten wegen dir. Das waren Zeiten.“ Die buschige Rute des Rüden klopfte wedelnd auf den staubtrockenen Boden. „Ich denke er hätte den Mut gehabt mit mir zusammen gegen Ciaran zu kämpfen, denn weißt du was? Ich habe deine Mutter mal mit deinem Vater sprechen hören, es war lange bevor Ciaran auftauchte, aber deine Eltern sprachen darüber, dass Kenai irgendwann einmal der Nachfolger deines Vaters werden würde, denn er besäße alle Qualifikationen die man dafür bräuchte. Und das stimmte auch.“ Sehnsucht schlich sich in das Augenmerk des Wolfes, welcher sich an die herzlichen Tage zurückerinnerte. „Kenai hätte es gar nicht erst so weit kommen lassen.“ ’Wäre er doch nur noch am Leben. Kenai, wieso bist du so früh gestorben? Warum hast du mich allein gelassen?’ Gewiss war Kenai nicht der leibliche Bruder des Rüden, aber die beiden Wölfe hatte eine äußerst innige Freundschaft verbunden; dicker als Blut.
„Allerdings glaube ich, dass ich dich dann jetzt nicht so sehen würde, wie ich dich nun sehe.“ Die Sehnsucht in den Augen des Wolfes nahm zu, jedoch galt sie nicht mehr dem anderen Rüden, sondern der Fähe, der er breitwillig sein Herz schenkte. Dicht schmiegte sich der Wolf an die Fähe.
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Sanuye

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 27, 2009 12:57 am

Die Zunge hing dem weißen Geschöpf, das nun vom rennen langsam wieder in eine ruhige Schrittfolge gelangt war, weit aus dem Maul, die nun flüchtig über die Schulter blickte und darüber nachdacht an welchen ecken sie überall vorbeigekommen war. der Geruch der beiden fremden wurde immer stärker und die Fähe erkannte, dass sie nicht mehr all zu weit von den beiden Wölfen entfernt war. Nochmals schnupperte Sanuye und hob den Kopf, die Ohren gespitzt, als sie Geräusche vernahm die sie anfangs nicht zuordnen konnte. Ein schmatzen lies sie hören, als sie sich über ihre schnauzte leckte und schloss kurz die Augen dabei als sie sich dann langsam auf das Geräusch zubewegte, in die auch die Spur der Wölfe ging. Sanuye hatte keinen Zweifel mehr, das mussten die beiden sein nach denen sie gesucht hatte.
Die Fähe bemühte sich gegen ihre Reaktionen an zu kämpfen und nicht zu Schleichen, so das sie sich bemerkbar machen würde bei den beiden um sie nicht zu erschrecken, als ihr auffiel das der Wind ihren Geruch schon längst weitergetragen haben müsste und sie schon länger wissen mussten das die Fähe hier war. Sie sah um das Gebüsch das ihr die Sicht zu den beiden genommen hatte und stellte den Kopf etwas schräg als sie die beiden miteinander Spielen sah. Sie winkelte die Beine etwas an um sich kleiner zu machen ließ die Rute locker hängen und tapste langsam aus ihrem Versteck. Ob sie die beiden wohl bemerkt hatten? Sie war sich ziemlich sicher das es so war doch warum waren sie nicht besorgt oder gar neugierig? Sanuye wurde mulmig bei der ganzen sage aber sie musste versuchen sich ihnen an zu schließen. Langsam duckte sie sich ein Stück weiter und winselte leise. Sie bekam Angst, Noch nie zuvor musste sie sich fremden wölfen anschließen und als sie den Rüden betrachtete wusste sie das dieser wenn er wollte auch klar seine Meinung ausdrücken könnte. Als sie die Fähe ansah die ca. die gleiche Schulterhöhe wie Sanuye selbst hatte vermutete, dass von ihr nicht solch eine Gefahr ausging als von dem rüden.
Ihr schossen viele Gedanken durch den Kopf 'war das solch eine gut Idee? Vielleicht wollen sie mich nicht hier hätte ich Anders vorgehen sollen als mich gleich so zu Pressentieren wie ein hilfloser Welpe vor dem Bären?' auf alle diese Fragen dennoch fand sie weder beruhigenden Zuflucht geschweige denn antworten. Ihr Winseln wurde lauter und ihre Haltung senkte sich noch ein Stück wobei sie ihren Schwanz langsam unter ihren Bauch zog. Die Ohren dennoch zu den beiden aufgestellt um Geräusche war zu nehmen, die von ihnen ausgingen. Was die Fähe nicht bemerkte war das sich über ihren köpre ein leichtes zittern gelegt hatte was man an ihrem Fell sehen konnte und anstatt sich Mut zu, zu reden verfiel sie immer weiter dem zweifel und der angst das sie nicht willkommen war und das sie sich ihnen gegenüber falsch verhalten hatte. sie legte sich nun mit eingezogenem schanz auf den Boden und beobachtete die beide wehrend sie ihr winseln langsam Versuchte zu unterdrücken. Die Wölfin öffnete ihr Maul als sie sich zwingen wollte etwas zu sagen schlossen ihn aber wieder als sie realisierte das ihr nichts einfiel. ein Quietschendes Winseln schoss noch heraus, das nicht unbedingt leise war, und ein klackendes Geräusch verriet das sie ihr maul schnellstmöglich geschlossen hatte. nun presste sie sich tief auf den Boden und fühlte sich nun wirklich als sie vor einem Bären stand mit den Kräften 2er Wölfen. Nun fragte sie sich vor wem hatte sie nun mehr angst vor dem vermeintlichen Bären oder vor der doppelten Ladung Wolfskraft?
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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 27, 2009 4:28 pm

Der schwarze Rüde beobachtete Shenna nicht länger. Er war sich bewusst, dass ein Blick Bände sprechen konnte und er wollte ihr nicht unbedingt alles per Blicken sagen, verbot er sich doch selbst nur daran zu Denken, das er Interesse an der schwarzen hatte. Ja sie war nach seinem Geschmack auch wenn er sich nie Gedanken über seinen Geschmack gemacht hatte. Wieso auch? Er war glücklich gewesen wie er war aber sie hatte was an sich. Er verbarg diese Gedanken aber, schirmte sie ab und sah stattdessen in die Tundra. Das Licht war gewandert und näherte sich dem Horizont. Die Mittagshitze war in ein schwüles warmes trockenes Lüftchen gewechselt. Wobei ein Lüftchen noch schön wäre aber nein, die Luft stand so das man sie hätte schneiden können. Dan wanderte sein Blick dennoch nochmal zu dem weiblichen Geschöpf und er legte den Kopf schief.
„Wie währe es mit etwas trinken? Stirbst ja sonst noch an trockener kehle.“
Meinte er neutral kühl aber mit einem unbestimmbaren Unterhall in der Stimme. Der Rüde wand den Blick ab und sah zu Eve. Diese Fähe war wirklich stark und schien viel und gerne in Gedanken versunken zu sein. Er akzeptierte sie als Alpha wie er noch nie jemanden sonst respektiert hatte. So war ein Rudel also neu gegründet. Ob sie bald Zuwachs bekommen würden? Er hoffte es und ein Gefühl beschlich den schwarzen das unbeschreiblich war. Ein friedliches Rudel, ohne Tot und ohne Mord. Bei diesem Gedankengang bildete sich ein besonnenes lächeln auf seiner Miene. Das erste Mal das er seit Jahren richtig lächelte aber es sah so friedlich aus als ob er nie ein Blutrünstiger Wolf gewesen währe aber die Miene täuschte ja. Er hatte einen Eisernen Willen und wusste sich durchzusetzen.
Wenn wir nun wirklich ein Rudel sind und noch mehr Wölfe hinzukommen.. Weiß ich allerdings welchen Platz ich im Rudel anstreben werde.. Nicht den Alpha.. Aber den Beta. Irgendwo muss es doch nützlich sein Führungsqualitäten zu haben und Durchsetzungsvermögen. Ich will ja nicht komplett klein bei geben nein das ist nicht mein Charakter. Ich bin ein Kämpfer, ein stämmiger Krieger und ich war noch nie wirklich Unterwürfig. Genauso wie meine Haltung ewig stolz bleiben wird. Mein Stolz ist ungebrochen. Und für meine größe kann ich nichts….
Dachte der riesenhafte Rüde bei sich und sah mit gespitzten Ohren dem Horizont entgegen. Er hatte seinen Kopf auf die Vorderpfoten gebettet, war aber dennoch auf der hut im Sinne von Aufmerksam, was den so um ihn herum abging. Rücklings angegriffen zu werden war nämlich nicht gerade eine schöne Angelegenheit. Vor allem gefährlich für denjenigen, welcher sich an ihn heranschlich. Zar war schneller als man es ihm mit seiner größe Zumuten würde aber er war auch schnell unterwegs und in der Jagd ein meister dank seiner größe. Zwar war es auch Fluch aber na ja konnte man nichts machen.
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Neela
Beta
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Fr Aug 28, 2009 12:33 am

Neela und Fjarl rollten immer noch über den Boden, schnappten spielerisch nacheinander und knurrten sich Kräfte messend an. Auch wenn die beiden in ein spielerisches Käbbeln verwickelt waren, so wollte Neela dem schwarzen Rüden dennoch ihre Ausdauer und vor allem Kraft beweisen. Die Polarwölfin war nun wirklich kein Riese, aber das auch keine zwingende Voraussetzung um eine starke Kämpferin zu sein.
Die junge Fähe hatte Sanuye schon lange bemerkt. Erst war es der starke Geruch des Weibchens gewesen, der durch den Wind an die beiden Wölfe heran getragen wurde, dann tapste die Fähe schließlich aus ihrem Versteck um dann das endgültig verratende Winseln von sich zu geben. Ein letztes Mal knurrte Neela Fjarl spielerisch an, schnappte nach seinem Ohr um sich dann aber vollkommen abzuwenden und mit einem gewaltigen Satz in Sanuyes Richtung zu springen. Neelas Ohren waren streng angelegt, die Rute selbstbewusst erhoben und das Nackenfell gesträubt. Leicht kräuselten sich die Lefzen der jungen Wölfin und ein leises, drohendes Knurren ertönte aus der Kehle Neelas.
Mit dem Verschwinden des Mondes stieg die Sonne am Himmel auf und würde schon bald die glühende Hitze mit sich bringen. Noch war das Klima angenehm, auch wenn Neela von ihrer Heimat weit aus kältere Temperaturen gewohnt war. In der Hoffnung die junge Wölfin könnte sich mit der Zeit an die Hitze noch ein wenig mehr gewöhnen, nahm sie diese vorerst weiter in kauf.
„Unbemerkt anschleichen wolltest du dich wohl nicht, Fremde“ stellte die Polarwölfin kühl fest.
Weiterhin leise knurrend, blickte sie abschätzend musternd auf Sanuye herab. Sie hielt einen angemessenen Abstand zu der Fremden, während ihr Blick weiterhin auf dieser ruhte. Obwohl Neela für die anderen wohl komplett emotionslos schien, schossen ihr doch einige Fragen durch den Kopf. So fragte sie sich, wieso die junge Wölfin gleich so unterwürfig auftrat, woher sie kam, wieso sie alleine war und was ihr Ziel war.
„Mein Name ist Neela und dies ist mein Wegbegleiter Fjarl“ brummte sie und deutete mit einem kurzen Nicken auf den schwarzen Rüden.

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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Fr Aug 28, 2009 1:39 am

Dyani lächelte bei Tyrons Worten und kuschelte sich dicht an sein warmes, weiches Fell. „Mit niemanden Heule ich lieber als mit dir“ sprach sie und schleckte ihm zärtlich über das Ohr. „Und wohin wir ziehen überlasse ich dir. Ich vertraue da ganz auf deine Führungsqualitäten. Du wirst schon den richtigen Weg wählen“ schmunzelte Dyani und senkte den Kopf auf ihre Pfoten. Als Tyron seine angenehme Stimme erhob, blickte die mexikanische Wölfin erneut zu ihm auf. „Mach dir darüber keine Gedanken mehr. Ich selbst habe mir heute schon lang genug den Kopf darüber zerbrochen was passieren könnte wenn ich deine Fährte nun ganz verlieren würde. Aber jetzt habe ich dich gefunden, wir haben alle Probleme aus der Welt geschafft und sollten nun über andere Dinge nach denken als die vergangenen“.
Dyani wusste nichts von dem Versprechen was Tyron ihrem Bruder Kenai einst gegeben hat. Wüsste sie es, so wären ihr manche Dinge verständlicher und klarer gewesen. Sie hatte nie verstanden warum sich Tyrons Verhalten ihr Gegenüber nach Kenais Tod so stark verändert hatte. Erst hielt er sie auf Distanz, ärgerte oder ignorierte sie wenn die drei jungen Wölfe gemeinsam auf Jagd gingen, bzw. Dyani mehr oder weniger hinter her dackelte. Mit dem Tod Kenais entwickelte sich der Rüde zu einem liebevollen, wenn auch immer noch strengen Beschützer. Er spielte mit ihr, erklärte ihr wichtige Regeln für die Jagd, nahm sie bei jedem ihrer Vergehen stets in Schutz und sorgte auch sonst immer für ihr Wohlergehen.
„Du warst früher wirklich ein fieser Wolf. Als Welpe konnte ich nie verstehen wieso Kenai immer mit dir auf Achse war. Für mich warst du ein unfreundlicher Grummelwolf“ kicherte sie leicht, ehe sie wieder ernster wurde. „Ich denke heute noch sehr oft an ihn. Es ist traurig und falsch das er so früh sterben musste“. Mit einem schweren Seufzen blickte die mexikanische Wölfin in den Himmel, als würde sie Hoffen das Anlitz des Bruders irgendwo dort oben erblicken zu können. „Weißt du, ich glaube auch dass er der perfekte Alpha für das Rudel geworden wäre. Er hätte uns alle mit Liebe und Fürsorge, sogar mit ein wenig Weisheit geführt.
Dyani erhob sich gähnend, streckte und reckte sich, ehe sie die Nase witternd in die Luft hob. „Du hast doch nichts dagegen das ich mich mal ein wenig hier umschaue? Ich mag noch nicht schlafen und bin auch nicht lange weg, ok?“ Bevor der Rüde irgendwie protestieren oder generell reagieren konnte, war die Wölfin schon unterwegs. Sie tapste über den trockenen Boden hinweg, die Nase schnüffelnd am Boden und die Rute munter angehoben. Die kühle Luft der Dämmerung entspannte das Gemüt und die Glieder der Wölfin und lies sie sich lebendig und frei fühlen.
Mit der Luft nahm auch der Boden an Temperatur ab und beruhigte die gereizten Pfoten, während Dyani bei einem sachten Windstoß den Kopf hob und die leichte, angenehme Brise genoss. Nach einer Weile verharrte die Fähe an einem ausgetrockneten Flußbett, senkte den Blick und schaute ca. einen Meter hinab. Dyani fragte sich ernsthaft wann wohl der letzte Tropfen Wasser im Boden verebbt war und wie viele ahnungslose, enttäuschte Tiere bei ihrer Durchreise an einem ausgedörrten Flußbett ankamen.
Neugierig trat die Wölfin noch ein paar Schritte vor, setzte die Vorderpfoten auf die „steile“ Flusswand um schließlich so weit runter zu krabbeln, dass nur noch ihr Hinterteil hervor schaute. Gerade wollte sie die restliche Wand herunter traben als sie ein leises Knacken vernahm. Instinktiv spannten sich die Muskeln der Wölfin an, während sie langsam den Kopf wendete um herauszufinden was das Geräusch verursacht hatte. Innerlich hoffte sie stark das es entweder Tyron war, der es vor Neugierde nicht ausgehalten hatte oder doch der Rabe war, der es auch mal geschafft hatte seinen Hunger zu stillen.
Was Dyani jedoch erblickte lies sie zutiefst erschaudern, denn sie blickte weder in das liebevolle Gesicht Tyrons, noch in das des Raben sondern vielmehr starrten sie zwei gelbglühende, gereizte Katzenaugen an. Als nächstes Vernahm die Fähe ein lautes, drohendes Fauchen und ehe die Raubkatze dies zuende geführt hatte, setzte diese auch schon zu einem gewaltigen Sprung an. Mit einem lauten Quietschen rutschte die Wölfin ab, kugelte den einen Meter in das Flußbett herab um sich auch dort schon gleich wieder auf die vier Pfoten zu rappeln.
Dyani wich knurrend zurück, schaute auf die Stelle wo vor wenigen Sekunden noch ihr eigener Leib verweilt hatte und nun eine große, brummende Raubkatze stand, welche sich dann langsam mit einer erstaunlichen Eleganz auf sie zu bewegte.
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Eve
Alpha
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Sa Aug 29, 2009 12:46 am

„Du kannst mich Eve nennen.“, eröffnete die Wölfin schließlich mit ruhiger, neutraler Stimmlage in die Richtung des anderen Weibchens gewandt. Endlich hatte sie sich vorgestellt. Nicht, dass die Fähe allzu viel Wert darauf legte, dass die Schwarze nun schließlich doch erfahren hatte, wie der Name der schlanken Polarwölfin lautete, aber ein leichtes beklemmendes Gefühl hatte sich in Eve aufgebaut, als sie vernahm, dass sowohl der Rüde, als auch die Fähe sie nun definitiv als Aphawölfin annahmen und sie dementsprechend auch ansprachen. „Und ja, ganz recht, wir sind auf der Suche nach meinem verschollenen Gefährten Evil. Er kehrte irgendwann nicht mehr von der Jagd zurück.“ Die Lider Eves sanken herab, während sie für einen kurzen Moment in sich ging, denn ein gewaltiges Loch der Leere hatte sich vor der Wölfin aufgetan, als sie die Tatsachen erneut aussprach. Die Weiße besann sich auf das, was momentan tatsächlich zählte. Gewiss sehnte sie sich nach ihrem Liebsten, doch sie hatte jetzt stark zu sein, um für ihre noch ungeborenen Welpen eine gute Mutter zu werden. ’Ein Revier muss her. Am Besten in der Nähe eines Flusses, wie diesen hier, allerdings nicht derart trocken, sondern ein schönes grünes Tal, in dem man viel Beute finden kann. Außerdem werde ich wohl einen Bau graben müssen, wenn wir dort angelangt sind, denn ich werde meine Welpen gewiss nicht in Anwesenheit dieser beiden anderen gebären. Dabei will ich alleine sein und nicht etwa eine Höhle mit ihnen teilen. Außerdem wäre eine solche Höhle ohnehin zu groß, denn ich denke es ist besser, wenn nur ich mit ihnen hineinpasse. Wenn sie alt genug sind, um ihn zu verlassen, dann denke ich wird es auch machbar sein den Bau zu verlassen und in eine geräumigere Höhle umzuziehen – zu den beiden Schwarzen.’ Tief atmete die trächtige Fähe ein, bis sich ihre Augenlider wieder erhoben und einen Blick auf das bernsteinfarbene Augenmerk der Wölfin gewährten.
Mit einem ungewöhnlich sanften Lächeln beobachtete sie die beiden Wölfe, die sich irgendwie ähnelten, denn sie ahnte wohl, was in den beiden vorging. Langsam neigte Eve ihr Haupt zur Seite, während sich das Lächeln, ob des scheuen Interesses der beiden, in ein sehnsüchtiges Träumen gen Himmel wandelte. ’Wo ist er nur? Wo bist du, Evil?’ Kurz senkte sich der Blick Eves, ehe sie ihr eigenes Verhalten mit einem Schnauben quittierte. ’Sicherlich blickt er auch gerade irgendwo in denselben Himmel, der sich gleich einem Zelt, auch über mir ausbreitet. Irgendwo dort draußen sieht er denselben Wechsel von Tag in Nacht, beobachtet, wie sich die Sonne verabschiedet, um dem Mond ihr Reich zu überlassen. Ganz gewiss, nicht wahr, meine Kleinen? Euer Vater ist vielleicht nicht ganz so fern, wie es scheint. Meilen trennen uns, aber er ist da. Irgendwo.’ Urplötzlich legte die Wölfin ihren Kopf in den Nacken, während sich ihr Fang wenige Zentimeter weit öffnete, bis ein tiefes langgezogenes Geheul herausdrang. Bereits nach dem ersten intensiven Ton hielt die Fähe wieder inne, - ein kurzes Zögern nur.
’Wir werden uns wiedersehen. Man begegnet sich nicht nur einmal im Leben. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen. Aber wir werden uns erneut sehen, Evil. Etwas anderes würde ich dir ohnehin nicht gestatten! Wage es nur, zu mir zurück zu kehren, trau dich, mein stolzer Wolf.’ Als Eve ihre Stimme erneut zum Geheul erhob, konnte man beinahe meinen, dass der tiefe inbrünstige Klang durch die stehende Schwüle schnitt, sie zerfetzte, bis die Töne ungebrochen zum Horizont aufsteigen konnten. Es schien fast so, als wolle die Wölfin einen Versuch unternehmen, sich selbst gegen das Klima zu wenden, wenn es ihr nur ihren vermissten Gefährten wiederbrächte. Auch wenn sich Eve keinerlei Gedanken darüber machte, dass sie die zwei Schwarzen mit ihrem Heulen eventuell überraschen würde und es keineswegs in ihrer Absicht lag, die anderen dazu animieren mitzumachen, so lud der kraftvolle tiefe Klang doch sehr dazu ein, sich mit anderen Stimmen zu vermischen und zu einem wahren Crescendo zu werden.
Die Polarwölfin hatte ihren selbstbewussten Blick starr auf das Firmament gerichtet, an den blassen Halbkreis, der erst zu späterer Stunde wirklich als Mond erkennbar wäre, wenn sich das Himmelszelt schwarz gefärbt hätte. ’Evil sieh nur, ich sehe den Mond. Du auch, nicht wahr?’ Etliche Emotionen schwangen in den dunklen, lauten Tönen mit, von Sehnsucht, über inneren Friede bis hin zu einem kleinen Funken Wut, der sich noch immer nicht ganz aus ihrem Bewusstsein gestohlen hatte. Oft genug aufgeregt hatte sie sich ja bereits an diesem Tag.

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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Sa Aug 29, 2009 1:32 am

„Oh je, ich und Führungsqualitäten?“ Die Augen des Wolfes blitzten amüsiert auf. „Aber gut, ich werde uns einen Weg heraussuchen, ich denke, ich weiß auch schon einen. Ich glaube, es muss hier irgendwo drei, vier Tage entfernt einen kleinen See geben, so erzählte mir jedenfalls irgendwann mein Vater. Doch er warnte mich gleichzeitig davor, falls ich jemals in der Nähe sein sollte, mich nicht zu sehr auf eine solche Oase zu verlassen, denn wenn man die herrschenden Temperaturen betrachtet, die bereits seit mehreren Wochen durchgehend so hoch bleiben, dann besteht die Gefahr, dass er längst ausgetrocknet ist.“ Gedanklich begann der Rüde bereits über eine Mögliche Route nachzudenken, denn er wollte schließlich nicht, dass Dyani und er irgendwann in der Leere ständen, dem Tode näher als dem Leben. Niemals. Derartiges würde Tyron zu keiner Zeit zulassen.
Das Amüsement des Wolfes weitete sich aus, sodass nicht mehr nur seine braungrünen Augen belustigt funkelten, sondern sein gesamtes Mienenspiel den Spaß verriet, den er verspürte. „Ein unfreundlicher Grummelwolf also?“, brachte der Rüde schließlich begleitet von einem leisen Lachen hervor. „Das war durchaus beabsichtigt, denn schließlich hast du dich tolldreist zwischen Kenai und mich gedrängt. So sah es für mich jedenfalls aus, ich dachte, du willst ihn mir wegnehmen, besonders, da du doch seine leibliche Schwester warst und ich nur… nur sein Freund. Ich fürchtete um meinen Bruder, denn genau das war er für mich. Er war, wie mein Bruder. Und als du dann kamst und dich an ihn hängtest… ich begann um meinen Platz als sein Bruder zu fürchten. Ich war ein ziemlicher Dummkopf.“ Tyron atmete tief durch. ’Oder bin ich es jetzt noch?’
Als sich das Weibchen erhob folgte sein Blick sogleich ihren anmutigen Bewegungen. „Was…“, fing der mexikanische Wolf an „Warte!“ – doch zu spät, sie war schon fort. Mit einem leisen Grummeln registrierte der Rüde, dass Dyani es trotz der vergangenen Zeit immer noch schaffte, ihn zu im unerwarteten Moment mit irgendeiner Neuigkeit zu treffen und somit auch ein kleines bisschen zu verärgern. Denn genügend Zeit hätte die Wölfin ihm schon geben können, fand er. ’Einfach weg.’ Ein leises Seufzen drang aus der Kehle des Wolfes, der sich nun ebenfalls aus der liegenden Position erhob. ’Na, wenn sie sich umsieht, kann ich das auch.’ Kaum war der Gedanke im Schädel des Rüden entstanden, begann er sich schon neugierig die nähere Umgebung zu besehen. Viel vermochte der Wolf zunächst nicht zu entdecken, denn beinahe überall war derselbe trockene Boden, das spärliche Gras und weit und breit nichts Interessantes zu erblicken. Plötzlich drang ein Geruch in seine empfindliche Nase; Tyron musste mehrmals niesen, denn die beißende Witterung schien regelrecht alle anderen Gerüche zu überdecken. Unwohl begann sich der Wolf immer häufiger umzusehen, während er tatsächlich dem Geruch folgte und so schließlich bei einem Haufen Kot stehen blieb, der mit etwas Erde bedeckt war. Skeptisch senkte der mexikanische Rüde sein Haupt, um mit einer eingehenderen Riechprobe festzustellen, von wem dieses frische, braune Häufchen stammte.
Wie ein Blitz schlug es in den Braunen ein, als er erkannte, dass sich hier offenbar eine Raubkatze gelöst hatte. Vor kurzem. ’Wo ist sie hin?! Ist sie womöglich noch in der Nähe? Nicht, dass sie Dyani begegnet!’ Rasch folgte der Jäger der nicht allzu alten Duftspur und so war der Wolf in kurzer Zeit in Hörweite. ’Ein Fauchen. Sie ist hier. Aber, wieso…’ Ein unverkennbares Quietschen und der dazugehörige vertraute Duft brachten den Wolf dazu zusammenzuzucken. „DYANI!“ Ein verzweifelter Ruf. Tyron rannte direkt auf die Geräuschkulisse zu, vollkommen ignorierend, dass er, da er nun am Rande des ausgetrockneten Flussbettes entlanglief, mehrmals Gefahr lief, herabzurutschen. Dann erreichte er den Ort des Geschehens. Irritiert zuckten die Augen des Wolfes hin und her, doch hier oben vermochte er weder Raubkatze, noch Dyani zu erblicken, als er dann sein Augenmerk in die Richtung des Knurrens wandte verstand der Rüde, dass beide unterschiedliche Kreaturen dort unten waren. „DYANI! Lass dich nicht auf einen Kampf ein!“, brüllte der schlanke Rüde, während er den Abhang regelrecht herunter sprang – der Wolf konnte von Glück reden, dass er nicht schlecht aufgekommen und sich verletzt hatte. Durch sein tollkühnes Auftauchen, war er direkt hinter der Raubkatze gelandet.
Augenblicklich hefteten sich seine wachen Augen auf die Gestalt des anderen Tieres, während sich seine Rute, zusammen mit seinem Nackenfell drohend erhob. „HEY DU BIEST!“, brachte er mit lauter Stimme zwischen seinem drohenden Grollen hervor. „HIER BIN ICH!!“ Ein kurzes, hohes Aufjaulen kündete den Sprung des Wolfes an, mit welchem er einen Angriff vortäuschte, um das andere Geschöpf auf sich aufmerksam zu machen und von der Fähe abzulenken. Tyron wollte sich nicht auf einen Kampf einlassen, ganz sicher nicht, das einzige, was sich der Rüde wünschte, war, dass Dyani sich in Sicherheit brachte, damit auch er das Weite suchen könnte, denn selbst wenn er ein geschickter Kämpfer gewesen wäre, so war eine Raubkatze ein unfairer Gegner für zwei Wölfe, von denen der eine ein zierliches, weibliches Geschöpf war, das im Grunde vollkommen erschöpft auftrat, obwohl sie jene Entkräftung vielleicht augenblicklich durch das in ihre Adern gepumpte Adrenalin vergaß.
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Keenan

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   So Aug 30, 2009 8:29 pm

Abseits allen Geschehens lag ein einsamer, grauer Wolf. Keenan sein Name. Seine Atemzüge waren stockend und undregelmäßig hob und senkte sich sein Brustkorb. Nur langsam begann sein Gesicht zu zucken, seine Augen öffneten sich schwerfällig um erneut wieder zu zufallen. Aber sein Bewusstsein war wieder da. Der Rüde war aufgewacht. Ein zweites Mal zwang er sich seine Augenlieder zu heben und seine Umgebung zu erfassen. Erneut fielen sie wieder zu. Ein verstimmtes Grummen ertönte aus seiner Brust, und er streckte seine Glieder. Dann schaffte er es endlich seine Augen bis zur Hälfte zu offnen. Seine Pupillen zuckten viel zu schnell umher, als dass er auch nur irgendetwas hätte sehen können. Aber er roch nichts. Keine Wölfe. Nur ein abkelnungener Geruch seines Rudels stand in der Luft, wie ein Stempel, der einst angebracht wurde, sich aber mit der Zeit abgeriemen hat. Und da war auch Keenans Erinnerung wieder da! Sein Vater, der Alpha Karishon hatte ihn angegriffen. Und nun war das Rudel weg. Keenan fand sich verlassen vor. Seine Pupillen beruhigten sich und er konnte nun sehen. Was er sah war Blut um sich herum und in seinem Fell. Braunes, verkrustetes und getrocknetes Blut. Sein Blut. Keenan konnte jetzt nicht liegenbleiben, auch wenn ihm das Austehen Schmerzen bereitete. Langsam rollte er sich auf den Bauch und stöhnte auf. Sein Kopf brummte und seine Augen schmerzten höllisch. Sein restlicher Körper schien nicht zu sehr verletzt. Hier mal ein Kratzer, dort ein Biss. Aber dieses gefühl kannte Keenan schon. Seine Augen, hatten jedoch bisher noch nie solche Schmerzen ertragen müssen, nie hatte er einen Biss ins gesicht erhalten.
Mühsam zog er sich hoch auf seine Zittrigen Beine, die doch dann recht schnell stabilität beweisten und nicht nachgeben würden. Kennan ließ den Blick durch die Einöde schweifen. Es war immer seine Heimat gewesen, trotzdem war nun alles fremd für ihn. Und er hatte recht behalten, er war alleine. Und er würde seinem Rudel nicht folgen, nicht versuchen ihre Fährte aufzunehmen. Am Horizont versuchte er Wölfe zu erkennen, musste seltsamerweise seine Augen zusammenkneifen. Wiedermahls zuckte ein Blitz des Schmerzes durch sein Gesicht und seine Sicht verschwamm. Keenan blinzelte einige Male und die Sicht wurde wieder klar. Dann setzte er vorsichtig eine Pfote vor die andere, testete erst einmal, wie unversehrt sein Körper wirklich war. Zwar spürte er ihn, aber er konnte ohne weitere Probleme laufen. Und das wollte er nun auch. Er wollte weg von diesem Ort und ein neues leben anfangen. Es sollte sich einiges ändern, merh als er sich jetzt hätte wünschen können. Keenan witterte die Duftspur seines Rudels und drehte sich in die entgegengesetzte Richtung. Dann begann er seine Reise. Schleppend stolperte er vorrann, gewöhnte sich aber bald an die Schmerzen und merkte sich welche Bewegungen er vermeiden musste um den geringsten Schmerz zu fühlen. Sein Blick war erst auf den Boden gerichtet. Er lief auf einem ausgedörrten und sehr trockenn Untergrund. Trotz der nahenden Nacht war es noch sehr heiß und der Boden reflektierte diese Wärme. Keenan trieb sich weiter vorrann. Seine Augen schmerzten und plötzlich verschwamm es wieder vor seinem Gesicht. Erneut blinzelte er, doch dieses Mal ließ sich die verschwommene icht nicht wegwischen. Er hob den Kopf und blickte nun geradeaus. Seine Augen spielten mit und erleichtert seufzte er auf, als er seine Sehkraft wiederbekam. Einige spärliche Planzen zogen an ihm vorbei, aber die Landschaft änderte sich nicht übermäßig. Dann wieder. Seine Augen verloren ihre Kraft und hüllten alles in ein schwammiges Bild. Ein schleier zug sich vor seine visage und panisch begann der Rüde wieder zu blinzeln, seinen Kopf zu schütteln und verschiedene Reichweiten zu fixieren. Doch der Schleier blieb, niemand öffnete den Vorhang vor seinen Augen. Die Schmerzen ließen Keenan langsamer werden, ihn aber nicht stoppen. Nein, er konnte sich keine Pause leisten. Nun sah er nur noch schemenhaft, umrisse und grelle Farben. Den Mond sah er und auch undeutliche Streifen, die seinen Körper trugen und abwechelnd unter seinem Brustkorb erschienen. Keenan hob den Kopf und trug sein Haupt würdevoll. Er würde das einstecken können, er packte das. Für Silver! Dann konnte er eben nicht mehr so gut sehen wie früher, dann würde er nun eben immer an seinen Vater erinnert, wenn er die Augen öffnete. Haupsache er lief weiter. 'Keenan, jetzt mach dir doch nichts vor. Du bist am Boden zerstört und weißt nicht was mit dir los ist. Du würdest am liebsten zusammenbrechen und weinen. Tu nicht so als würde es dir nichts ausmachen!' 'es macht mir nichts. na gut, ich bin betrübt, so wie meine neue Sicht, aber ich lebe, was mein Vater warscheinlich nicht vermutete' Führte er einen inneren Konflikt mit sich selbst. Es kam nicht zu sporadisch vor, dass eine Stimme in seinem Kopf von Silvers Stimme ersetzt wurde, irgendwann glaubte er sogar wirklich, dass sie mit ihm sprach. Er blieb stehen. Unscharf und nur für ihn sehr schwer zu erkennen trat eine Vertiefung des Bodens vor Keenan auf. Es ist warscheinlich ein Flussbett. Wenn ich da unten entlanglaufe kann ich wenigstens nicht mehr von oben hineinfallen. Beschloss der Rüde undtastete das Ende des höheren Bodens und den Anfang des Flussbettes. Dann setzte er vorsichtig die erste Pfote an der Abhang, er war nicht zu steil. Der Boden hielt sein Gewicht und keenan zog das zweite Vorderbein nach. Als er es auf den Boden ausetzen wollte, gab plötzlich sein Augenlicht auf. Vor Schreckt rutschte er auf und stürzte den kurzen Abhang hinunter. Unten blieb er wie betäubt liegen und wagte es nicht die Augen zu öffnen. Er hatte eben nichts mehr gesehen, rein gar nichts mehr. Sein Körper tat nicht weh, aber Keenan war eigentlich auch nur schwer zu verletzen.
Irgendwann, nach einigen sehr langen Sekunden öffnete er dann doch die Augen. Er brauchte die Gewissheit, er konnte den Drang nicht mehr unterdrücken. Doch als er sah, wünschte er sich, er hätte sie geschlossen gelassen. Alles um ihn herum war schwarz. Tiefschwarz. Panisch riss er die Augen noch weiter auf und blickte gehetzt umher. Er drehte sich im Kreis, alles blieb schwarz. Er rieb seinen Kopf immer wieder an seinem Vorderbein, alles blieb so wie es war. Keenans neues Leben hatte begonnen.
Nach einer geschlagegen Stunde des verzweifelten weinens, starrte er nur noch aphatisch in irgendeine Richtung. Er wusste nun ja selber nicht mehr in welche.
'Keenan. Wenn du jetzt aufgibst, ist es vorbei. Dann hast du kein leben mehr' 'Was nütz mir mein Leben, wenn ich nunmehr Licht empfange. Ich sehe nichts. Ich bin eingeschlossen in einer höllischen Truhe. ich kann mich nicht bewegen, ich weiß ja nicht mal wo ich herkam! Und das nennst du ein Leben??!! Du hast keine Ahnung, Silver, Karishon hätte mich töten sollen.' ' nein. Ich lebe weiter in dir, und wenn du dieses leben aufgibst, dann sind wir beide verloren. Du musst nur auf die Welt achten. Du hast eine nase, du hast Ohren und und kannst fühlen. Du kannst dich bewegen. Nur sehen nicht mehr, aber das ist doch unwichtig. Gib dich nicht auf. Ich glaube an dich.'
Dann verstummten die Stimmen in seinem Kopf. Keenan stand auf. Silver hatte Recht. Seine Augen waren nun leer und seine gedanken schwarz. Aber nur deshalb würde er seine Seele nicht verkümmern lassen. Ruhig senkte er seine Nase an den Boden. Er erfasste viele gerüche, die er sonst ausblendere. De getrocknete Erde. Allerlei Duftmarken von vorbeigezogenen Tieren. Sein Blut. Und seine Spur! Er wusste nun, woher er gekommen war und konnte seinen Weg fortsetzen. Langsam lief er los. Erst einmal gegen die Wand des Flussbettes. Dann war er aufmerksamer. Seine Nase trug er dicht über dem Boden und folgte dem Verlauf seines Weges. Er war erblindet, aber er würde nicht aufgeben.
Er konnte nicht mehr einschätzen, wie weit er gelaufen war, bis er neue Düfte vernahm, aber es war einige Zeit vergangen. Die neuen Düfte waren zweierlei. Die zweier Wölfe und den Duft einer Katze. Einer Raubkatze. Keenan versuchte sich die Situation vorzustellen. Er würde hinlaufen. Würde er getötet, wäre das nicht sonderlich schlimm. Würde er leben, hätte er zwei Gefährten. Aber er konnte nicht schneller laufen, er fühlte sich schon schrecklich unwohl, hilflos und ängstlich. Also dauerte es einige Zeit, bis er die passenden geräusche zu den gerüchen hörte. Ein Fauchen, dann eine männliche Stimme die zu einem Wolf gehörte. 'HEY DU BIEST.HIER BIN ICH!" waren die Worte des Wolfes. Keenan schliech nur noch, er konnte nicht abschätzen, wie weit er von den Tieren weg war. Seine Augen waren die ganze Zeit geöffnet gewesen, er wusste selbst nicht wieso. Er blinzelte sogar. Da er die nahende Gefahr hörte, roch und spürte stellte er seine Rute und seine Nacken und rückenhaare auf und endblöste seine Zähne. Höchst angespannt wagte er sich weiter vor, bis er die Wärme des anderen Wolfes spürte und gegen ihn lief. Sofort spnag Keenan einen halben Meter beiseite, auch wenn das ein sehr unbehagliches gefühl für den blinden Rüden war. Er richtete sich in Richtung der geruchsstarken Katze aus und knurrte bedrohlich, die Augen halb zusammengekniffen. Sie musste ja nicht wissen, dass er sie nicht sah und genauso gut eine Wurzel hätte anknurren können. Und da auch der andere Wolf die Katze schon bedroht hatte und ein weiterer sich hier irgendwo befand hörte er sie einen Schritt zurück treten...
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   So Aug 30, 2009 9:59 pm

Dyani wich erschrocken von der gereizten Raubkatze zurück und stieß gegen die gegenüber liegende Felswand. Sie schluckte schwer, vergaß das Knurren und bemerkte wie sehr ihre schlanken Beine zitterten. Die fremde Großkatze kam mit langsamen, anmutigen Bewegungen näher und vergrub bei jedem ihrer eleganten Schritte die langen Krallen in den staubigen Boden, als wolle sie demonstrieren was gleich auf Dyani zukommen könnte.
Angespannt überlegte die junge Fähe wie sie als nächstes vorgehen sollte. Umdrehen und so schnell sie könnte davon rennen? Mit hoher Sicherheit würde die Katze ihr sogleich nach hetzen und nicht lange brauchen um sie ein zu holen.
Den zweiten Gedanken scheuchte sie so gleich wieder aus ihrem Kopf, denn keine wütende Großkatze würde eine körperlich angeschlagene Wölfin verschonen, nur weil diese sich unterwürfig vor ihr auf dem Boden herum wälzte.
Noch bevor sie sich eine weitere Möglichkeit überlegen konnte, erschien auch schon Tyron auf der Bildfläche.
Dyani's rasendes Herz setze für einen winzigen Moment lang aus und obwohl die Situation noch immer gefährlich war und keine der beiden Wölfe sich in Sicherheit wägen konnte, so fühlte sie dennoch ein beruhigendes Gefühl in ihrem Bauch. Dyani starrte an der Katze vorbei auf Tyron, der sich mutig hinter dieser aufgebaut hatte und beneidete wie auch bewunderte ihn für seine große Tapferkeit.
Als der Rüde ihr den Befehl gab schleunigst das Weite zu suchen, weiteten sich entsetzt die Augen der jungen Fähe. Bei dem Gedanken ihren Gefährten alleine mit dieser wilden Raubkatze im Flußbett zu lassen, schnürrte sich ihre Kehle so feste zu, dass sie verzweifelt nach Luft schnappen musste. Was hatte er vor? War er doch so waghalsig, dass er glaubte es mit der Katze aufnehmen zu können? Zweifellos war Tyron ein starker und ausdauernder Gegner, aber schon einmal hatte Dyani befürchten müssen den Rüden zu verlieren, ein zweites Mal könnte sie das nicht mitmachen.
Vielleicht, und das entsprach eher Tyrons klugen Köpfchen, wollte er nur erstmal die Fähe in Sicherheit wissen um dann selbst das Weite zu suchen. In jenem Moment als ein fremder Wolf in das Flußbett herunter kam und gegen Tyron stieß, stoppte Dyanis Gedankenstrom.
Die Raubkatze fauchte wütend auf und wich einige Schritte zurück als der dritte Wolf auftauchte. Eigentlich hatte sie vorgehabt sich Dyani zu schnappen, aber als Tyron erschien hätte sie es auch mit ihm aufgenommen... mit einem dritten Wolf hatte sie jedoch nicht gerechnet.
Dyanis angespannter Blick ruhte auf dem Fremden, der sich ebenfalls knurrend vor der Raubkatze aufgebaut hatte und sich somit auf die Seite der Wölfe gestellt hatte. Wer war er? Wo kam er her? Sie legte den Kopf fragend schief, denn irgendetwas wirkte merkwürdig an ihm.
Die Situation hatte sich nun geändert und Dyanis Gedanke, ob sie nun flüchten sollte kam ihr erneut in den Kopf. Mit etwas Glück bestand nun die Möglichkeit, dass sich die Katze durch viel Krach und womöglich auch Gewalt vertrieben ließ.
Für diesen Fall wäre es sinnvoller, wenn Dyani an Ort und Stelle bleiben würde und mit den beiden Rüden kämpfen würde, denn drei knurrende, Zähne fletschende Wölfe wirkten respektvoller und angst einflößender als zwei. Andererseits waren die Kräfte der Raubkatze doch so groß, dass selbst drei Wölfe keine Chance haben würden.. und in diesem Fall wäre das nacheinander Flüchten doch günstiger.
Unschlüssig zuckten die Ohren der Wölfin während sie panisch hin und her lief. Letztendlich blickte die Fähe zu Tyron und ließ ihn entscheiden. Sie wusste nicht, ob sich eine Raubkatze durch drei extrem wütende Wölfe vertrieben lies und da Tyron solche Situation besser einschätzen konnte, blieb sie solange stehen bis der Wolf ihr entweder befahl sich zu verziehen, oder ihr mitteilte das sie sich an die Seite der Rüden stellen sollte, um mit ihnen gemeinsam die Raubkatze zu vertreiben.
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   So Aug 30, 2009 11:37 pm

Immer wieder huschten die Augen des Rüden auf die Gestalt der Fähe, wie um sich zu überzeugen, dass die Wölfin noch da und wohlauf war. Außerdem wartete der Wolf darauf, dass sich Dyani endlich herum wandte, um den gefährlichen Ort zu verlassen – Tyron wollte sie aus der unmittelbaren Nähe der Klauen und Zähne des Raubtieren wissen. 'Wieso geht sie denn nicht endlich?! Na los, Dyani, geh!' Aussprechen tat er seinen Wunsch jedoch nicht ein zweites Mal, viel zu sehr war der Rüde damit beschäftigt das dunkle warnende Knurren zu vertiefen und so durchaus noch bedrohlicher klingen zu lassen. Plötzlich drangen leise, ja schleichende Schritte an das empfindliche Gehör des Vierbeiners, der sogleich mit seinen gespitzten Ohren zuckte und in die entsprechende Richtung drehte, ohne jedoch seinen gesamten Leib herum zuwenden. Sein Aufmerksamkeit galt der Raubkatze und seiner Gefährtin, die seiner Meinung nach viel zu nahe an dem fauchenden Geschöpf dran war. Natürlich ließ der Wolf das herannahen des Unbekannten nicht außer acht, doch seine Nase hatte ihm verraten, dass es sich bei dem Fremden ebenfalls um einen Wolf handelte und mit seinem freundlichen, vielleicht auch etwas naiven Wesen glaubte Tyron nicht daran, dass jener mit der unberechenbaren Großkatze gemeinsame Sache machen würde – welcher Wolf würde sich schon auf eine Kreatur, wie diese verlassen? So etwas hatte es noch nie gegeben und vermutlich würde eher die Sonne explodieren, bevor derartiges Gestalt annähme.
'Wer ist das? Ganz egal, er wird uns sicherlich helfen! Oder?' Selbst wenn der mexikanische Rüde am eigenen Leibe erfahren hatte, dass es Artgenossen gab, die gewiss nicht zu ihrer Unterstützung eingegriffen hätten, so glaubte er ganz fest an das Gute im Wolf. Schließlich baute sich das gesamte Wesen Tyrons auf jenen Idealen auf, die er so gern in anderen erblickte. Als der Fremde jedoch plötzlich direkt gegen das Männchen lief konnte sich der Wolf einen überraschten Laut nicht verkneifen, während seine Schnauze in die Richtung des grauen Wolfs wandte. Ein Zucken ging durch den Leib Tyrons, als sein wachsamer Blick dem Augenmerk des Artgenossen begegnete – grau, weiß. 'Was? Ist er... ist er etwa blind?' Die Überraschung im Geiste des Rüden vertiefte sich, denn wie sollte ein solcher Wolf lange alleine überleben, und wie kam es, dass jener tatsächlich den beiden mexikanischen Wölfen zur Hilfe eilte? Dankbarkeit gepaart mit einem Anflug von Bewunderung vermischten sich mit der noch immer währenden Überraschung. Es war wirklich erstaunlich, dass ein blinder Wolf an ihre Seite geeilt war.
Rasch hatte Tyron seinen Kopf wieder in die Richtung des Raubtieres gewandt, während sich seine Lefzen flatternd erhoben und sein gefährliches Gebiss entblößten. Auch wenn der Wolf ahnte, dass der noch Namenlose wohl keine großartige Unterstützung wäre, wenn es tatsächlich zu einem Kampf zwischen Wölfen und Großkatze käme, so war sich der Braungraue bewusst, dass es vielleicht schon ausreichen könnte, möglichst bedrohend auf das andere Tier zu wirken, bis jene sich zurückziehen würde. 'Flucht, oder nicht... Dyani könnte jetzt entkommen, aber was würde das bringen? Wenn sie erfolgreich flieht, so hätte mein eigentlicher Plan vorgesehen, dass auch ich entkomme, und ich schätze, das wäre mir möglich. Aber was ist mit dem Blinden? Ich glaube nicht, dass er schnell laufen kann, nicht jedenfalls, ohne vielleicht mehrmals über Hindernisse zu stolpern und so der Katze hilflos ausgeliefert zu sein. Nein. Für eine Flucht ist es nun zu spät. Wir können unseren Helfer nicht einfach zurücklassen, selbst wenn wir dafür entkommen würden. Oh, nein, so nicht.'
Beinahe schien es, als würde Tyron wachsen, als sich sein Entschluss festigte – doch jener Eindruck wurde wohl nur geweckt, da sich das Fell des Rüden noch ein bisschen steiler aufrichtete. Mit seinen 82cm Schulterhöhe war der Wolf gewiss nicht klein, aber allein durch seine Ausstrahlung vermittelte er nun etwas gänzlich anderes, als noch vor wenigen Atemzügen. Natürlich hatte Tyron, als er seine Dyani in Gefahr wusste, bereits eine Angriffsbereitschaft ausgestrahlt, jetzt aber verstärkte sich die Intensität – vielleicht auch durch die Anwesenheit des unbekannten Rüden, welcher einige Zentimeter größer war, als Tyron selbst. Die braungrünen Augen begannen sich zusammen zukneifen, während er die Raubkatze fixierte. „Bleib.“, erklang die raue, von einem lauten Knurren untermalte Stimme des Rüden an die Wölfin gerichtet, die sich noch immer im Rücken des Krallenträgers befand. Kurz huschte das Augenmerk Tyrons zu seiner Gefährtin, sodass er ihr nun mit Blicken versuchte zu verdeutlichen, dass sie eine Position etwas weiter seitlich einnehmen sollte, sodass die Katze, wenn sie sich dafür entscheiden sollte, ungehindert entkommen könne.
Ein Seitenblick auf den größeren Rüden verriet Tyron, dass jener seine angriffslustige Haltung noch nicht aufgegeben hatte, sodass sich der Wolf mit dem anderen in seiner unmittelbaren Nähe bestärkt fühlte, als er einen mutigen Schritt auf die größere Katze zu tat und in die gelb glühenden Augen starrte. Das Knurren des Rüden schien für einen Atemzug lang zu stocken, alsdann sich ein stummes Blickduell zwischen Wolf und Raubkatze entwickelte. Tyron tat einen weiteren Schritt auf das Tier zu, während sich erneut ein dunkles Grollen aus seiner Kehle aufstieg. 'Na los, verschwinde endlich! Ein Jäger, sollte nicht mit einem Jäger kämpfen. Nimm dir meinetwegen die Reste des Hirschleibes, aber geh!', befahl der Wolf der Katze in seinen Gedanken; natürlich konnte die Großkatze keine Gedanken lesen und selbst wenn er sie ausgesprochen hätte, hätte sie ihn wohl nicht verstanden, aber irgendetwas im starren Blick des Wolfs schien dem Geschöpf zu raten, das es hier nichts mehr verloren hätte. Zumal sich die Raubkatze den beiden anderen knurrenden Wölfen nur zu bewusst war.
Der Puma fauchte verunsichert, normalerweise erlegte die Raubkatze auf ihre ganz spezielle Art und Weise ihre Beute: meist schlich sich die Katze dicht an ihre auserkohrene Beute heran, um dann mit einem gewaltigen Satz auf ihrem Rücken zu laden und das Genick zu brechen. Doch dies mochte nun bei diesen drei Wölfen nicht mehr funktionieren. Würde sich der Berglöwe dazu entscheiden, die wohl schwächste Reihe im Glied, Dyani, anzufallen, so war sich die Katze gewiss, dass dann die beiden anderen Wölfe angreifen würden. Unsicher trat die Großkatze einen Schritt zurück, während ihre gelben Augen weder die Fähe, noch die beiden Rüden so wirklich aus dem Blick entweichen lassen wollten. Der lange Schwanz des Pumas peitschte durch die Luft – verriet die Nervosität und Unentschlossenheit des großen Geschöpfs. Schließlich traf er eine Entscheidung. Mit einem Frauchen wirbelte das Tier herum, um mit einem einzigen Satz den Abhang herauf zuspringen und so aus dem Blickfeld der Wölfe zu verschwinden.
Als Tyron gesehen hatte, wie sich die Muskeln unter dem seidigen Fell des Kuguars bewegten, hatte sich der Wolf sichtlich angespannt, um auf jedwedes Handeln des Silberlöwen reagieren zu können, doch als er gewahrte, dass jener sich für die kampflose Flucht entschied, begann sich augenblicklich die Anspannung seiner Muskeln zu lösen, während Tyron erleichtert ausatmete. 'Das ging ja noch gerade gut.', befand der Wolf, welcher jedoch nicht an Ort und Stelle harrte, sondern sofort zu der Jüngeren geeilt war, um ihr besorgt über den Nasenrücken zu schlecken und ihren gesamten Körper zu umrunden, sodass ihr Fell mit seinem Pelz in Berührung kam. „Jag' mir nie wieder einen solchen Schrecken ein“, murmelte der Wolf leise mit einem leichten befehlenden Unterton. Kaum hatte sich der Rüde vergewissert, dass es seiner Gefährtin gut ging, wandte er seinen festen Blick auf die Gestalt des Artgenossen. „Danke. Vielen Dank, Fremder. Ich weiß nicht, ob der Puma auch geflohen wäre, wärst Du nicht aufgetaucht.“
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Keenan

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Mo Aug 31, 2009 5:50 pm

Keenan, war nicht von der Stelle gewichen, als die Raubkatze seinem Knurren mit einem wütenden Fauchen entgegentrat. Doch auch der andere Rüde stand weiterhin an seiner Seite und versuchte mit ihm die Katze in die Fluch zu jagen. Es war noch eine Fähe anwesend, vielleicht gehörte sie zu dem anderen Rüden. Sie schien nicht nicht sicher zu sein, ob sie nun fliehen oder helfen sollte. Bleib! Der Löwe wird flüchten. Bleib, oder du und dein Wegbegleiter oder vielleicht sogar gefährte werden sterben. Und auch der Fremde Rüde meldete sich zu Wort, jedoch drag seine Stimme nicht direkt zu keenans Ohr, sondern war abgewendet, vermutlich zu der Fähe, doch die Raubkatze fest im Blick.
"Bleib!", waren die nun ausgesprochenen Gedanken des Rüdens und Keenan spürte kurze Erleichterung, bis er sein Knurren und bedrohliches gebärden verstärkte. Er hörte, wie der Femde Wolf neben ihm einen Schritt nach vorne, auf den Gegner zu machte. Keiner der Wolfe war ihm scheinbar feindlich gesinnt, aber vioelleicht waren sie nur einfasch von der Tatsache her abgelenkt, dass die riesige Katze eine etwas größere gefahr als der nun blinde Rüde festmachte. Vielleicht würden sie ihn töten, wäre die Raubkatze nun nicht da. Aber selbst wenn schon. Er hatte nur noch sein halbes Leben, er hatte nun nicht mehr viel zu verlieren. Sein Vater hatte ihm alles genommen. Wieder trat der Rüde neben Keenan auf die Raubkatze zu und seine angestrengten Ohren hörten sie einen zögernden Ausfallschritt zurück treten. Es wirkte! Das bemühen der Wölfe zeigte erste Spriese, die wütende Katze war nicht auf einen Kampf mit mher als einer wehrlosen Fähe gefasst gewesen und war nun verunsichert. Keenan trat ebenfalls einen Schritt nach vorne, und machte es so dem Rüden gleich, der die Raubkatze weiter zurückdrängte. Es war ein sehr beängtigendes gefühl, nicht zu wissen wo man hintrat. Der graue Rüde wusste zwar, dass es hier nirgendwo eine Schlucht gab, jedenfalls nicht eine von der er wusste, und hatte so keine Bedenken in einen mehrere 1oo Meter tiefen Agrund stürzen zu können. Trotzdem fühlte er sich unwohl, bei jedem Schritt, den er tat und vor allem bei jedem Schritt, den er seitens der raubkatze vernahm. Die Atmosphäre war höchst angespannt. Keenan roch den Schweiß des Gegners, es war keine Angst, aber Beunruhigung und unentschlossenheit. Sekunden vergingen. Die Katze glieb wo sie war, fauchte einige male ungehalten. Keenan ließ sich nicht beirren, sie ungehalten weiter anzuknurren und alle seine Haare aufzustellen. Seine vorderen Pfoten gruben sich in die warme, trockene Erde des Flussbettes, sein Kopf war geradewegs zu dem fauchenden, wütenden und sehr großen Tier gerichtet. Keenan wusste nicht, wie groß es war, aber sicherlich kein Jungtier und auch sicherlich groß genug um sie alle zu töten. Dann jedoch würde auch sie einige Verletzungen mit sich tragen, was sie hoffentlich vermeiden würde. Keenans Rute zeigte steil in den Himmel empor, es war eine Alphahaltung, die er einnahm. Er wusste genau, dass er kein kleiner Wolf war, größer sogar als die meisten, seiner Artgenossen.
In den früheren Kämpfen war ihm das sehr von nützen gewesen.
Nun, da er seine nackenhaare und seine Rückenhaare aufgestellt hatte, wusste er genau, dass er noch um einiges größeer wirkte, als er eigentlich war. Es dürften so um die Fünfzehn, bis Zwanzig Zentimeter sein, er konnte ja nicht nachsehen. Die Haare aufzustellen um größer und stärker zu erscheinen, als man wirklich war, war der weitverbreitete und auch vererbte Trick der Wölfe. Und er funktionierte auch in vielen Fällen. So mancher Bär und Luchs war schon vertrieben worden, ohne dass es zwischen den beiden Tieren zu einem blutigen kampf gekommen war, der am Ende auf den Tod hinauslief. Seid es Wölfe gab, haben sie Kämpfe vermieden, es war unsinnig und führte zu nichts. Außer vielleicht Rang und Revierkämpfe. Aber diese führten selten zum Tod. Und mein Augenlicht hätte ich auch noch...
Keenan fragte sich, wie die anderen Wölfe eingentlich aussahen. War der Rüde genauso groß wie er? Größer`? Kleiner? War die Fähe trächtig? War sie weiß? oder vielleicht schwarz? All das würde er nicht überprüfen können, selbst wenn er sie fragen würde. Aber er würde lernen damit zu leben, jetzt gab es wichtigeres, als sich über die Äußerlichkeiten der anderen beiden Wölfe Gedanken zu machen. Keenan öffnete seinen Fang nun sogar ein wenig, getrocknetes Blut umrahmte sie Wunden über seinen Augen und seinen Fang. Und zusammen mit der abermals drohenden bewegung seines mitkämpfers erreichten sie endlich ich Ziel, das Raubtier fauchte nocheinmal ungehalten, dann hörte Keenan es sich umdrehen und flüchten. Sie hatten es geschafft! Eine Fähe, ein Fremder und ein blinder Wolf hatten eine Raubkatze in die Flucht geschlagen. Keenan atmete erleichtert aus, was wieder einige Schmerzen in seinem Gesicht hervorrief. Seine Haltung lockerte sich und seine haare legten sich geglättet zurück an ihnren Körper. Die Stimme des Rüdens ließ Keenan zusammenzucken. Blitzartig drehte er sich in dessen Richtung und lächelte. Er konnte ihn nicht sehen, aber die Stimme klang sehr nett und angenehm." Ich hab euch sehr gerne geholfen. Man nennt mich Keenan. Dürfte ich eure Namen erfahren? Und dürfte ich euch vielleicht auf eurem Wege begleiten, Fremde Freunde?" Keenan sprach ruhig, er wusste nicht, ob die anderen sahen, dass er blind war, oder ob seine Augen aussahen wie immer. Er würde mit der Erklärung zumindest solange warten wie möglich. Nun hatten die beiden einen guten Ausblick auf die getrockneten, ziemlich großen Wunden quer über seine Augen, die ihm sein Augenlicht nahmen.
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Dyani

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Sep 01, 2009 2:26 pm

Dyani schleckte Tyron ebenfalls über die Schnauze, als dieser gekommen war um zu überprüfen ob mit der jungen Fähe alles in Ordnung war. „ Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid um mir zu helfen. Alles ging so schnell, ich hatte nie mit so einer Raubkatze gerechnet“ gestand sie und senkte beschämt ihren Blick. Nur wegen ihrer Dummheit hatte sie erst Tyron und dann auch den fremden Rüden in Gefahr gebracht, sie bräuchte lange um sich das zu verzeihen.
Als der Fremde seine Stimme erhob, blickte Dyani automatisch auf um den sprechenende in die Augen zu blicken, doch was sie sah lies sie augenblicklich zusammen zucken. „Ohgott, was wurde ihm angetan? Er sieht so fürchterlich aus“
Die Wölfin musterte die großen Wunden die sich quer über seine Augen zogen und erst jetzt bemerkte sie auch, dass der Rüde blind war.
Das große Herz der Fähe zog sich voller Mitgefühl zusammen und sie machte einen unsicheren Schritt auf Keenan zu. „Vor allem mit deiner Hilfe konnten wir die Katze in die Flucht schlagen, vielen Dank. Mein Name ist Dyani und das ist Tyron, mein Gefährte“ sprach sie zögerlich, während sie wieder kurz zu Tyron blickte und zaghaft ihren Kopf ein wenig schief legte. Sie hatte bisher nie einen blinden Wolf getroffen, vor allem keinen der erst seit kurzem das Augenlicht verloren hatte sich wahrscheinlich noch nicht daran gewöhnt hatte. Vorsichtig trat die Fähe noch ein paar Schritte auf Keenan zu, streckte den Hals um seinen fremden Geruch witternd aufzunehmen. Sie wollte ihn nicht erschrecken, also bewegte sie sich vorsichtig und langsam. „Von meiner Seite aus kannst du uns natürlich gerne auf unserem Weg begleiten“. Dyani konnte nur für sich sprechen, aber wie sie Tyron kannte, konnte sie sich sicher sein, dass auch er mit seinem großen Herzen nichts dagegen hätte, wenn Keenan die beiden begleiten würde.
Wieder blickte sie auf seine Wunden und fragte sich erneut, wer diesem hilfsbereiten Wolf so etwas schreckliches antun konnte. „Ich will nicht unhöflich erscheinen... aber ich frage mich was dir passiert ist und wer dir das angetan hat“ sprach sie mit einer zögerlichen, dennoch sanften und ruhigen Stimme. Sie wollte Keenan nun wirklich nicht ausfragen und damit unverschämt erscheinen, aber dieser fremde Wolf hatte trotz seiner Blindheit den beiden geholfen und sie womöglich gerettet... irgendwie hatte sie das Gefühl, auch wenn sie ihn erst seit wenigen Minuten kannte, das er sein Leid mit ihr teilen sollte, wenn er dies denn wollte. Vielleicht konnten Tyron und Dyani dem Rüden helfen, genauso so wie auch er ihnen in dieser bremslichen Situation geholfen hatte. Würde er aber nicht über Vergangenes reden wollten, so würde sie dies natürlich verstehen und auch nicht nochmal nachfragen.
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Tyron

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Sep 01, 2009 7:14 pm

„Du hattest schon immer die gewisse Fähigkeit, dich in alle möglichen Gefahren zu bringen, während jeder andere Wolf nur ein paar Mal in bedrohliche Situationen gerät, so ist es bei dir an der Tagesordnung – meinst du nicht auch, Dyani?“, brachte der mexikanische Wolf mit einem leichten amüsierten Flackern in seinen Augen hervor. Bereits früher, als er sich gebunden an sein Versprechen für die Fähe verantwortlich gefühlt hatte, war Tyron aufgefallen, dass die Wölfin Gefahren regelrecht anzog, derart oft hatte er als ihr Retter auftreten müssen. ’Vielleicht habe ich genau deswegen gelernt, mich mutig und ohne Furcht anderen entgegenzustellen? Etwa, weil ich derart oft mit Notlagen konfrontiert wurde, dass sie für mich zu etwas normalen geworden waren?’ Gewiss hatte Tyron zu seiner Welpenzeit keineswegs zu den Feiglingen gezählt, allerdings hatte er damals immer Kenai an seiner Seite, der wahrlich von einem Mut beseelt gewesen war, der seinesgleichen suchte. Tyron hatte sich angepasst. Hatte gelernt mit einer ebensolchen Tapferkeit zu reagieren, genau, wie es sein engster Vertrauter getan hätte.
Der Zorn, ob ihres abrupten Verschwindens war längst verschwunden, genauso, wie die Sorge, die in seinen Seelenspiegeln gewährt hatte. Inzwischen beherbergte das große Herz des Wolfes Erleichterung, Schalk und Dankbarkeit. Letzteres galt ihrem fremden Retter, der sich ihnen gerade als Keenan vorgestellt hatte. Die buschige Rute Tyrons begann hin und her zu schwingen, als Dyani ihn als ihren Gefährten vorstellte. ’Wie unglaublich schön sich das aus ihrem Mund anhört. Mein Gefährte sagte sie. Es ist alles noch so frisch und jetzt… gar schon offiziell. Früher hätte ich nie geglaubt, dass ich Dyani irgendwann einmal an meiner Seite hätte. Nicht so. Und ganz früher, hätte sich mein Fell gesträubt, wäre der bloße Gedanke auch nur aufgekommen.’ Tyron lächelte. „Ich denke es spricht nichts dagegen, wenn du uns begleitest, Keenan.“ Auch er hatte seinen Körper in Bewegung gesetzt, um sich mit langsamen betont hörbaren Schritten auf ihren Mitstreiter zuzugehen. „Tatsächlich ist es so, dass wir uns ohnehin auf die Suche nach anderen Wölfen machen wollten – alleine, oder zu zweit unterwegs zu sein, ist zwar ganz angenehm, aber mir fehlt die Lebhaftigkeit, die man nur in einem Rudel antrifft.“ Dass sich die beiden mexikanischen Wölfe zudem auf dem Quest zur Vertreibung ihres ehemaligen Alpharüden befanden, erwähnte der mehrere Zentimeter Kleinere nicht; es war nicht von Wichtigkeit. Noch nicht.
Die Witterung Keenans war Tyron bereits zuvor in die Nase gestiegen und so schnell würde er den Geruch nicht mehr vergessen – besonders dann nicht, wenn sich jener tatsächlich dem Paar anschloss. Bald schon erhob der Wolf seine Stimme erneut. „Eine kleine Frage kann ich mir allerdings auch nicht verkneifen.“ Ein entschuldigendes Mienenspiel breitete sich auf seinem Antlitz aus, ehe er registrierte, dass der andere dies wohl gar nicht wahrnehmen könne. „Bitte entschuldige, wenn Dyani und ich zu aufdringlich erscheinen. Es war bei unserem damaligen Rudel selten, dass sich fremde Wölfe in das Revier wagten und man kannte sich untereinander sehr gut und du bist sozusagen der erste… Fremdkontakt, seit wir das Rudel verließen.“ Tyron hatte bereits bei einem vorangegangenen Seitenblick, als die Raubkatze noch da war, gesehen, dass das Augenlicht des Artgenossen geschwunden war, doch jetzt als er erneut einen ungenierten Blick darauf werfen konnte, erwachte leichte Sorge um diesen im Grunde vollkommen fremden Wolf. Tyron war ein Rudeltier. Er sah es nicht gerne, wenn andere verletzt waren und natürlich begann sich der Rüde nun zu fragen, ob Keenan ohne Begleiter überhaupt eine Chance hätte, um zu überleben. Der geschickte Jäger überlegte, was er selbst wohl tun würde, sollte man ihm sein Augenlicht rauben. ’Sterben vielleicht? Selbst wenn alle anderen Sinne noch funktionieren, ohne Unterstützung würde ich es nicht lange machen. Ob dies Keenan vielleicht auch weiß? Will er sich uns deshalb anschließen?’
„Meine Frage ist Folgende: weshalb bist du allein unterwegs? Hängt es mit deiner Verletzung zusammen? Hat man dich fortgejagt, gezeichnet und sozusagen blind dem Tode überlassen?“ Nur zu deutlich konnte man die unterschwellige Empörung in der angenehmen Stimme des Wolfes erkennen, der innerlich sogleich für Keenan Partei ergriffen hatte. Allerdings wisperte eine leise Stimme im Hinterkopf Tyrons, dass der Unbekannte es möglicherweise selbst verschuldet hatte, denn auch Derartiges kam häufig vor. War er nun das Opfer, oder nicht?
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Keenan

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Di Sep 01, 2009 8:34 pm

Keenan wartete gespannt auf eine Antwort. Er lächelte die zwei unsichtbaren Wölfe an, sie wirkten schon jetzt sehr freundlich auf ihn. Ganz anders, als die Wölfe aus seinem alten Rudel. Dort war jeder brutal und grausam gewesen. Und egoistisch. Nur Silver war aus der RTeihe geschlagen. Und wie war das mit ihm? Wie war Keenan eigentlich? Nun er wusste was er war... Blind... und alleine. Doch jetzt nicht mehr. Immer noch war er ganz aus der Fassung von deisem Tag. Erst wollte das Schicksal ihn bestrafen, ärgern oder auch umbringen. Denn das war seinem Vater ja leider nicht gelungen. Und jetzt? jetzt schickte das Schicksal ihn gerade zu diesen, netten und aufrichtigen Wölfen? Wollte es ihn verarschen? Wieder trat Silvers Stimme in seinen Kopf.'Keenan. Siehst du? Ich hatte einfach recht. Es bringt nichts, wenn du dein Leben aufgibst. Du bist noch jung. Es kann noch so viel passieren. Nutze deine Chance, es ist vielleicht ein einstieg in ein neues leben.' 'Das neue Leben hab ich schon. Statt bunt ist alles Schwarz. Haha, echt toll das Leben. Aber diesen Zufall verdanke ich bestimmt dir, Silver. Ich werde bleiben bei diesen Wölfen. Sie können gute Freunde werden.' 'Das ist die richtige Einstellung. Sie werden immer gut zu dir sein, da bin ich mir sicher. mach dir nicht zu viele Gedanken. Du bist blind und hast trotzdem schon eine Raubkatze verjagt. Ich denke dein Umgang kann nur noch besser werden, mit dieser behinderung.' Keenan lauschte weiterhin höchst sensibel um seine Mitwelt. Er hörte nun auch die Stimme der Fähe. Sie war auch angenehm und sympatisch. Zuerst wand sie ihre Stimme dem Rüden zu, dann ihm. Dyani hieß sie also. Und der Rüde Tyron.Na da lag ich ja richtig mit meiner Vermutung, dass die beiden ein Paar sind. Schön, wenn sich Wölfe lieben. Aber was ist wenn ich ihnen zur Last falle? Ich meine ich bin Blind. Was will man mit einem blinden Wolf?! Ich bin nichts als eine Stolperfalle. Eine unnütze Krücke. Dass die beiden mich dennoch mitnehmen wollen. ich bewundere ihr großes Herz. er hörte wie sie ganz nah zu ihm heran kam, warscheinlich um seine Geruch aufzuschnappen und ihn sich einzuprägen. Auch er reckte seine Schnauze ihr entgegen, hatte Glück sie nicht zu treffen. Gerade so viel Abstand, dass er sich ihren geruch merken konnte, der ihm von vorneherein schon aufgefallen war. Auch tyron hatte einen speziellen geruch. Keenan zuckte nicht zusammen, als sie oder er näher traten, aber er drehte seine Nase nun zu Tyron um auch ihn einmal intensiv zu riechen. Dann hörte er Dyanis Frage. hätte er es gekonnt, hätte sich vielleicht sein Blick verdüstert. Aber das auch nur, wenn er jetzt noch hätte sehen können. Er war abhängig von diesen Wölfen, er war erst seid dieser nacht blind und würde sonst 100 % sterben. Außerdem würde er dieses Detail gerne den anderen mitteilen, sie waren nun seine Freunde.Meine ersten..."
"Nein, Dyani ist schon ok, ich erkläre es euch. Nicht die ganze geschichte, dafür ist es noch zu früh. Aber wie es zu meinem... Sehverlust kam.
Ich habe diese Wunden und meine Blindheit meinem Vater zu verdanken. Er griff mich an, nun ja ich revoltierte auch gegen ihn. Aber ich griff ihn nicht an, er tat es. Ok, das hört sich leicht kindisch an, so wie 'ich wars nicht!' aber diesen Schicksalsschlag verdanke ich alleinig meinem Vater Karishon... Wie es passiert ist? Er biss mich ins Gesicht..."
Das dürfte genügen an Informationen. Er vertraute den beiden schon jetzt, aber wenn er diesen Wölfen nicht vertraune sollte, wem dann? Wenn er diese Chance verspielte würde er sterben. jagen konnte er nicht... nicht mehr. Oder vielleicht würde er es auch wieder lernen können, aber das nicht im alleingang. Dann wand sich auch Tyron ans Wort und kam näher. Leichte vibrationen erschütterten den Boden, kaum wahrnehmbar. Das fiel Keenan zum ersten mal auf. So konnte er auch hören, wen es um ihn herum rauschte, wie bei einem Wasserfall. Wie praktisch! "Ich danke euch sehr, ecuh beiden, dass ihr euer leben mit mir teilen wollt. oder zumindest solange, bis ich euch sosehr zur last falle, dass ihr mich verjagt. Aber nun zu deiner Frage. Wie ich schon sagte, hatte ich einen Kampf mit meinem vater, dem Alpha. Als ich heute erwachte, fand ich mich alleine vor. ich denke mein Vater dachte, er habe mich getötet. So hab ich vielleicht noch mehr zu leiden als im Tod. Nun heute, als ich aufwachte konnte ich noch sehen..." er stockte, spürte einen sehr, sehr dicken Kloß im Hals. Seine Augen brannten, fast als würde er weinen...
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