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 Ein Rudel entsteht...

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Eve
Alpha
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BeitragThema: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:13 am

Hechelnd trabte ein weißer Schemen über den von Sonne zerfressenen Erdboden, der ganz brüchig, bleich und spärlich bewachsen unter den Pranken des Tieres bröselte. Die lange rosafarbene Zunge hing dem Geschöpf weit aus dem Maul heraus, während die Schrittfolge sich zusehends verlangsamte bis das vierbeinige Wesen gänzlich zum Halten kam. „Verdammt, wie kann das nur so heiß werden?“, keuchte die Polarwölfin zwischen ihren immer heftiger werdenden Atemzügen. „Wenn das so weiter geht hyperventiliere ich noch…“
Das weiße Geschöpf verfluchte innerlich ihren dichten Pelz, der zwar einiges an Fell gelassen hatte, sodass sie ihre Sommertracht kleidete, doch trotzdem deutlich wärmer war, als das eines normalen hiesigen Wolfes. Schließlich war ihr Pelz ursprünglich dafür gedacht, gar Temperaturen bis fünfzig Grad im Minusbereich auszuhalten und ihr eine wohlige Wärme zu schenken. Das Raubtier hatte sich schon längere Zeit in den gemäßigten Breiten bewegt, da ihre Pfoten sie von ihrer kalten Heimat bis hierher getragen hatten, doch niemals hatte sie derartige Schwierigkeiten mit der Hitze gehabt – es war ein verflucht heißer Sommer, der die Fähe beinahe zu erdrücken schien. Ganz besonders, da sie seine Last alleine zu tragen meinte, denn ihr Gefährte war und blieb verschwunden. Anfangs war die weiße Fähe noch mit verzweifelt, wütenden Geheul auf die Suche nach ihrem Liebsten gegangen, doch selbst als sie mit ihrer guten Nase seiner Fährte folgte, so verlor sie diese bereits nach kurzer Zeit, sodass sie nunmehr ziellos durch die Landschaft strich.
Eve wusste nicht, wo sie war. Doch wenn sie ehrlich zu sich selbst war, so stellte sich dies als geringeres Problem dar, da es der Fähe im Grunde gleichgültig war, wo sie sich befand, solange Evil verschwunden war. Müde glitten ihre bernsteinfarbenen Augen durch die trostlose Landschaft, die geplagt von den Sonnenstrahlen ausdörrte und nur noch wenig Grün offenbarte. ’Was tue ich nur hier? Hierhin hat er sich sicherlich nicht gewandt, was sollte er auch hier? Ich bin hier falsch, aber wohin soll ich dann gehen?! Wohin?’ Mit einem verzweifelten Winseln ließ die Fähe ihren Kopf herabsinken, bis sie mit ihren Augen ihre geschundenen Pfoten erblickte, welchen sie keine Pause gegönnt hatte. Ihr ganzer Lein schmerzte. Vieles in der Polarwölfin sehnte sich danach, sich einfach auf den Boden fallen zu lassen und sich auszuruhen, doch ihr Überlebensinstinkt zwang die weiße Fähe wieder dazu einen Schritt nach vorne zu machen. Und noch einen.
’Ich darf nicht stehen bleiben, nicht in der prallen Sonne. Ich muss weiter gehen!’, befahl sich das erschöpfe Wesen, während es seine Pfoten dazu nötigte sich erneut zu heben und an einem etwas entfernteren Punkt herabsinken zu lassen. Schritt für Schritt. Von Eve’s Grazie war nicht mehr viel übrig geblieben, denn sie hatte all ihre Energie darauf verwandt nach ihrem verschollenen Gefährten zu suchen. Gewiss waren inzwischen schon Tage, ja sogar Wochen vergangen und es war schwer vorstellbar, dass die Weiße ihren Liebsten wiederfinden würde, doch sie war einfach weiter gelaufen. Ihr waren andere Wölfe begegnet, aber sie hatte sie ignoriert. Sie waren nicht wichtig.
Eine Sache irritierte das Weibchen jedoch mit jedem Tag der verstrich zunehmend: ihr Körper veränderte sich. Anfangs war es der schlanken Kreatur nicht aufgefallen, doch ihre Mitte begann sich zu runden, nur ganz leicht und langsam, aber unabänderlich, wie der Lauf des Mondes. Eve wusste nicht, was mit ihr geschah und selbst wenn ihr die Wahrheit ins Auge hätte springen müssen, so war das Tier viel zu sehr mit seinem Leid beschäftigt, als das der Polarwölfin bewusst geworden wäre, dass sie den Samen Evils empfangen hatte und ihrer beiden Nachkommen in ihrem Leib trug. Von selbst würde die weiße Kreatur vermutlich gar nicht erst darauf kommen und da sie keine anderen Artgenossen an sich heran ließ, würde sie in bereits wenigen Wochen vollkommen von den Tatsachen überwältigt werden.
Ein leises, nicht allzu weit entferntes Plätschern drang nach einigen Schritten – Eve konnte nicht sagen, ob es nur zehn, zwanzig oder gar tausend gewesen waren – an ihre Ohren, sodass sich die Wölfin augenblicklich in jene Richtung wandte und ihren müden Körper dazu zwang, die Geschwindigkeit ein letztes Mal zu erhöhen, um den Hügel zu erklimmen, auf dessen Rücken sich ein kleines Bächlein befand. Als die Weiße die Quelle erreicht hatte, stahl sich ein erleichtertes Funkeln in die goldgelben Augen der Fähe, welche sich im Schatten eines knorrigen Eichenbaumes bis auf ihren Bauch herabsinken hatte lassen, um ihre Zunge in das kühle Nass zu tauchen und gierig ihren brennenden Durst zu stillen. ’Hier werde ich erst einmal bleiben. Hier im Schatten dieser Eiche und nahe beim Bach. Bis heute Abend wird mich nichts, absolut gar nichts davon wegbringen!’, entschied Eve kurzerhand, nachdem sie genügend Wasser ihrer Kehle herab rinnen gelassen hatte, um sich Linderung zu verschaffen.

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Zuletzt von Eve am Do Aug 20, 2009 1:00 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:21 am

(Wenn farbe ncih okay is sagen)
Rhythmisch schlugen die großen schwarzen Pfoten auf den staubigen Boden. Das hecheln war schnell und seine Augen funkelten in die ferne. Er war schon lange in dem Trab unterwegs, den er bisher angeschlagen hatte. Nach einiger Zeit, des monotonen Rennens, blieb er stehen und witterte in die Luft. Seine Ohren schnippten zur Seite und seine Witterung nahm zu. Er roch Beute…. Der Hunger plagte ihn und so drehte er von seiner bisherigen Route ab und folgte dem Geruch des Tieres.. Es schien noch sehr jung und alleine zu sein und schon bald erreichte er jene Gegend auch. Tief geduckt schlich er sich an sein Opfer an. Es war etwas größeres Vierbeiniges aber er konnte es nicht zuordnen in dem Verdorrten trockenen Gras. Die Sonne war heiß und sein schwarzes Fell schien zu glühen so heiß war es und dennoch ignorierte er es für diesen Augenblick einmal. Der Rüde schlich sich geduckt an.. Es war ein Zufall, denn das Tier war doch groß aber schien verletzt und lag einfach so auf dem Boden herum, fraß an dem trockenen Stellen herum und spitzte erst die Ohren, als ein Rascheln durch das Gras ging. Schnell stand es auf allen 4 Beinen und sah sich panisch um. Kaum Sekunden später sprang auch schon Zar aus dem versteck und jagte das Humpelnde Tier eine weile ehe er es einholte und auf es drauf sprang. Zusammen mit ihm fiel es durch die Wucht von seinem Stoß zu Boden und kugelte auf dem Boden. Er verbiss sich im Genick des Tieres, riss und zerrte mit Wildem knurren dran herum bis es ein vernehmliches knack von sich gab. Er lies ab und rappelte sich auf. Sämtliche Knochen taten ihm weh und seine linke Vorderpfote schien Taub. Er hatte sich am Oberen teil einen tiefen Riss zugezogen und sah den spitzen scharfkantigen Stein der im Boden verweilt war und eine Blutige feine Spur schimmerte auf dem scharfen teil. Er knurrte verächtlich und begann das Tier wegzuschleifen. Es war ungefähr so groß wie er glich einem Reh aber war kleiner.
So zog er es unter müh und Not und mit dem begleitenden Schmerz in der Schulter weiter bis Eleazar, wie er mit vollem Namen gerufen wurde, ein leises plätschern vernahm. Eine kleine Baumgruppe über einer quelle spendete schatten und Wasser.. genau das was er nun brauchte… Kaum war er da lies er die beute sinken und sah auf… Noch ein Wolf wahr hier… Eine Fähe lag mit dem Rücken zu ihm an der Quelle und schien fix und fertig. Aus Reflex erklang ein tiefes grollen aus seiner kehle und seine Nackenhaare stellten sich auf. Er senkte den kopf und sein Blick bohrte sich in das Wesen dort am Wasser….. Der Rüde war verwundet, was ihn nochmals mehr den trieb versetzte Überleben zu wollen… Sie war um vieles kleiner als er aber unterschätzen tat Zar niemanden.


[Läuft über Tundra, geht jagen, kommt an der quelle an und knurrt Eve an.]
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Eve
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:23 am

Bereits kurz nachdem sie etwas erfolgreich gegen das Brennen ihrer Kehle unternommen hatte, drang ein verräterisches Geräusch an ihre empfindlichen Ohren: ein Knurren. Die leisen Schritte des Artgenossen hatten sich ohne sonderliche Reaktion in ihr Gehör geschlichen, doch diesen drohenden Laut konnte und wollte die weiße Wölfin nicht mehr ignorieren. Mit einer erstaunlich schnellen Bewegung sprang die Fähe auf ihre Pfoten, um zeitgleich zu dem Unbekannten herumzuwirbeln und ein ebenfalls nicht zu verachtendes Knurren auszustoßen. Der Ton drang aus den Tiefen ihres Brustkorbes hervor und brachte ihn gar zum vibrieren.
Eve hatte ihre Ohren nach vorne gestellt, während sich ihr Nackenfell gemeinsam mit ihrer Rute und den Zähne entblößenden Lefzen erhob. Misstrauisch glitten die bernsteinfarbenen Augen der Wölfin über die riesige Gestalt des Schwarzen. ’Ich habe nachgelassen! Ich hätte ihn früher bemerken müssen!’, schalt sich das Raubtier mit zunehmender Wut, die sich mit leichtem Schrecken vereinigt hatte. Die schwarze Nase der Wölfin zuckte erregt, als sie die Witterung des Unbekannten tief ein sog und irgendwo im Dunkel ihres Bewusstseins abspeicherte. Die Polarwölfin schien wie erstarrt – zwar bedachte sie den Rüden mit ihren durchbohrenden Blicken, die sich jede Einzelheit seines Leibes merkten und auch die Verletzungen registrierten, doch ihr Körper bewegte sich nicht einen Millimeter. Ein paar Herzschläge vergingen, ehe die Weiße ihren schlanken Leib in Bewegung setzte – langsam, Zentimeter für Zentimeter arbeitete sich das trächtige Geschöpf vorwärts, bis sie dem Tundrawolf nicht mehr frontal gegenüberstand, sondern vielmehr eine Position eingenommen hatte, die sich eher an seiner Flanke befand. Die Langsamkeit, ja, die Trägheit ihrer Schritte kam zustande, da sie durch zu schnelle Bewegungen keinen Angriff dieses Kolosses provozieren wollte.
Die Fähe liebte es zu kämpfen, sei es nun im Ernst, oder auch nur im Spiel, aber dieses gewaltige Wesen sorgte dafür, dass die Wölfin ihr Gegenüber erst einmal abzuschätzen versuchte, statt sich einfach direkt auf ihn zu werfen und den nur wenig Jüngeren zu belehren, dass er sie nicht einfach Anzuknurren hatte. ’Das ist mein Platz!’ Auch wenn die weiße Fähe sich auf einer Reise mit unbestimmtem Ziel befand, so dachte sie trotzdem überall territorial und stellte Besitzansprüche. So war diese Eiche zu ihrer Eiche geworden, diese Quelle zu ihrer Quelle und ebenso war der Schatten, der ihr Kühlung versprach, zu ihrem Eigentum geworden. „Was willst du hier?!“, fuhr sie den Rüden schließlich mit schneidender Stimme an, während sich ein warnendes Knurren mit ihren Worten vermischte und dafür sorgte, dass sie zwar verständlich, aber mit deutlicher Provokation ausgestoßen wurden. Ihre Seelenspiegel ließen für einen winzigen Augenblick die Gestalt des Artgenossen fallen, um das erlegte Tier zu betrachten, welches sich der gewaltige Tundrawolf erfolgreich gejagt hatte. ’Jagen müsste ich auch mal wieder, ich habe in letzter Zeit so viel Hunger…’
Die Polarwölfin begann eine Schrittfolge in der Form eines auf Sicherheitsabstand bedachten Kreises um den Fremden zu ziehen, doch anstatt so bedrohlich und unberechenbar, wie eigentlich beabsichtigt zu wirken, konnte man durch die Art, wie die Fähe ihre Pfoten setzte und ihren Leib wiegte erkennen, dass sie mehrere kleine Geheimnisse in ihrem Körper verbarg und einen wohl eher aufgeregten Eindruck erweckte, als einen deutlich nach Konflikten suchenden. „Verschwinde!“, grollte das Weibchen, als sie wieder an dem Fleck angekommen war, von welchem sie ihr Umkreisen begonnen hatte.

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Zuletzt von Eve am Do Aug 20, 2009 1:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:24 am

Eleazar sah die weisse abschätzend an. Sie wirbelte kurz nach seinem entflohenen knurren zu ihm herum aber war träge in ihren Bewegungen. Zar musterte sie nochmals und bemerkte die wohl erkennbare Wölbung ihres Bauchs… Sie war Schwanger eindeutig. Sein Blick war gefährlich kalt und verriet nicht den muks einer Regung. Seine Rute war aufgestellt seine Schnauze gekräuselt, wie die Wellen auf dem Wasser und sein blick stechend. Alles in allem sah man ihm den Stolz an und den Ehrgeiz.
Die weisse begann ihn zu Umkreisen und er Bewegte sich Zentimeter für Zentimeter mit, drehte sich um die eigene Achse aber beachtete dabei, nicht über seine Beute zu stolpern. Er würde nur Kämpfen, wenn sie Angreifen würde. Da erklang die Stimme des Weibchens und der Rüde grollte vernehmlich aber leise. Oh eine ganz bittere. Versessen auf ein Territorium das sie weder markiert noch angemessen belegt hatte. Er gab ein kühles Schmunzeln von sich und sein Blick wurde leicht belustigt in einer weise, die eher kalt als gut schien.
„Ich will vieles aber im Moment nur Fressen und meine ruhe vor lästigen fragen. Wenn ich an eurer Stelle wäre fremde, würde ich nicht so Raunen.. Ihr setzt euer und das Leben euerer Welpen aufs Spiel. Weder die Quelle noch der Schatten gehören euch, es gibt keinerlei Markierungen und deshalb werde ich weder verschwinden noch den platz räumen!“ Seine Stimme war pures Eis aber vernehmlich tief und so Sicher, dass es kaum Widersprüche zu geben hatte. Sein Kopf hob sich Anmutig seine Ohren spitzen sich und er sah neutral und doch kühl zu ihr herüber.
„Anders gefragt. Was wollt IHR hier? Trinken und den Schatten genießen? Eure Strapazen ausbaden? Was macht eine schwangere Fähe überhaupt in solchen Gegenden.. man könnte meinen ihr wollt eure Welpen nicht!“
Die letzten Worte waren fast Rügend und bestrafend, denn auch wenn er Eiskalt war so konnte er doch schätzen wie Fähen ihre Welpen eigentlich schützten. Das traf auf sie gar nicht zu…
.oO(Eine unverschämte Fähe… Tz als ob sie auch nur wüsste wo sie ist.. Nun mir soll es gleich sein. Ich werde gleich erstmal meine Beute genießen… Eine wirklich tolle Mutter… Schleift sich bis zur Erschöpfung durch so eine Tundra und stellt sich dan noch gegen jemanden der weitaus munterer ist wenn auch ein bisschen verletzt…..)Oo.
Dachte sich der schwarze und beobachtete ihre Regungen, jede Bewegung. Er war bereit seine Beute zu verteidigen aber auch sein Leben.


[Bei dem Baum mit Eve spricht mit ihr]
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Eve
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:25 am

Natürlich war die weiße Wölfin erschöpft, keine Frage, doch ihr Leib war nicht so ausgezehrt, wie er vielleicht wirken mochte – es war schlichtweg die unnatürliche Hitze, die der arktischen Wölfin zuschaffen machte und ihr die Energie raubte. Als der unbekannte Rüde seine Stimme erhob verengten sich die Augen der Fähe ein wenig und gerade wollte sie ihn unterbrechen, als er das Wort Welpen aussprach. Eve stutzte. ’Was redet er da überhaupt? Welpen? Ich bekomme keine Welpen! Ich bin nicht trächtig, das kann doch gar nicht sein… das, das hätte ich doch mitbekommen! Oder?’ Plötzlich war die 4-Jährige mehr als nur irritiert; die aufkommende Verwirrung schien sich in ein gewaltiges schwarzes Loch verwandelt zu haben, um ihr bewusstes Denken zu verschlingen. ’Welpen?’ Die Weiße schüttelte ihren Kopf, erst leicht und dann immer vehementer. ’Rein theoretisch… ja auch praktisch könnte das durchaus sein, aber… aber ich hätte das doch… kann das wirklich sein?’
Eve ließ ihre Rute, die sich stolz über ihrem Rückgrad gewölbt hatte allmählich wieder in eine normalere Haltung sinken, während sie einen, ja zwei Schritte zurücktrat. ’Trage ich vielleicht tatsächlich die Welpen Evils in meinem Leib? Oh Gott.’ Ein ungläubiger, gepresster Laut verließ die Kehle des Weibchens, welches sich von den ’Neuigkeiten’ erschlagen, geradewegs auf den Hintern setzte und jegliche Form von Misstrauen oder Vorsicht vergaß. Im Grunde stellte dies ein vollkommen untypisches Verhalten der Polarwölfin dar, doch das helle Geschöpf wusste sich nicht anders zu helfen, denn schließlich hatte sie zwar bemerkt, dass sich ihr Körper veränderte, aber mit diesen Tatsachen hatte Eve wahrlich nicht gerechnet. ’Ich bin schwanger. Schwanger… schwanger!’ Ein lautloses Stakkato wiederholte sich im inneren ihres Schädels, während sie versuchte einen klaren Kopf zu bekommen.
Atemlos lauschte das Raubtier in sich hinein und tatsächlich meinte sie schon, dank ihren guten Ohren, nach wenigen Sekunden das leise Pochen von mehreren Herzen in ihrem Körper erahnen zu können. Die Wölfin hob ihren Blick, um dem eisigen Blick des Artgenossen zu begegnen. „Ich…“, begann Eve mit leiser Stimme, die bereits nach diesem einzelnen Wort wieder verklang. ’Was mache ich jetzt? Ich bekomme Welpen. Wie weit es wohl schon ist? Ob ich das schaffe? Wo bist du nur, Evil?’ „Ich… ich wusste nicht…. Also…“ Erneut stockte die wohlklingende Stimme der Wölfin, welche krampfhaft versuchte ihre Gedanken zu sortieren, um wenigstens einen halbwegs logischen und verständlichen Satz hervorzubringen. Eve seufzte leise, während sie sich wieder in eine stehende Pose erhob, deutlich bedächtiger, als jemals zuvor. „Bitte verzeiht. Ich wollte keinen Streit suchen.“
’Entschuldige ich mich hier gerade tatsächlich? Das bin doch nicht ich! Ich… ich entschuldige mich doch sonst nicht, außerdem liebe ich es mich zu streiten und zu kämpfen!! Was ist los mit mir? Wieso habe ich das gesagt? Vielleicht wegen… den Welpen? Wenn ich mit einem anderen Wolf kämpfen sollte, so könnte es passieren, dass es ihnen wehtut, oder dass ich sie verliere! Das kann ich nicht zulassen, also werde ich wohl oder übel lernen müssen, dass ich mich anders verhalten muss. Ich habe es wohl deshalb gesagt. Ja, das muss es sein.’

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Zuletzt von Eve am Do Aug 20, 2009 1:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:26 am

Eleazar sah die Fähe an. Irgendwie war er etwas verunsichert geworden, beobachtete er sie und spielte leicht mit den Ohren. Hatte sie das etwa nicht gemerkt? Das konnte doch unmöglich sein, dass eine Fähe nicht mitbekam wenn sie Welpen bekam….. Er sah kühl und doch wohl besänftigter vor ihr und lauschte… Sie war verwirrt und schien keine Worte zu finden, bis sie dan stockend zu reden begann. Er spitzte die Ohren wieder und sah sie nunmehr nicht mehr ganz so kaltherzig und angriffslustig an. Eine milde kühle in seinem Blick…
„Nun….. wisst ihr es… Obwohl ich nicht recht glauben kann, dass eine Wölfin nicht bemerkt, wenn sie Leben in sich trägt…. Dazu kommt die frage wie ihr das so lange ohne Wasser in der Tundra ausgehalten habt. Habt ihr ein Revier in dem ihr eure Welpen gebären könnt? Wenn nicht solltet ihr euch eines suchen…. Wie heißt ihr eigentlich? Ihr könnt mich Eleazar oder Zar nennen.“
Meinte er zu ihr in neutralem und ernstem Tonfall. Seine Nackenhaare hatten sich gelegt und er lies sich in den kühleren Staub nieder und begann an dem Fleisch herumzukauen. Dan stockte er kurz, richtete sich auf und stellte sich über die Beute… Er tat es nicht fast nie wirklich aber nun trennte er einen Lauf des Tieres mitsamt flanke ab und schleifte es zu der Fähe, lies es vor ihr nieder und kehrte zu seiner Beute zurück.
„Friss…. „
Meinte er nur knapp und deutete mit der Schnauze auf das Fleisch. Er selbst lies sich bei seinem Teil wieder nieder und kaute weiter an dem fetzen herum. Er beobachtete die Fähe. Sie schien wahrlich und wahrhaftig verwirrt entschuldigte sich dan noch für ihr Verhalten.. natürlich wollte sie ihre Welpen nicht verlieren aber wenn sei welche trug wer war der Vater? War sie eine Alpha? hatte sie ein Revier? Diese fragen schossen ihm nun durch den Kopf und nachdenklich beäugte er die weisse. Er war sich sicher, dass sie fressen würde, allein schon der Welpen für. Zar erwartete keine weiteren gefahren von ihr, blieb dennoch wachsam. So war er nun mal..
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Eve
Alpha
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:31 am

„Ich habe es einfach nicht erwartet… ich dachte… ich war mit meinen Gedanken die ganze Zeit woanders, ich hatte den Veränderungen meines Leibes keine Beachtung geschenkt … daher hat es mich genauso wenig gekümmert, dass hier nicht allzu viel Wasser zu finden war. Ich wollte, nein ich musste schließlich weiter.“ Genauso war es gewesen, natürlich hatte die fehlende Flüssigkeit an ihrem Körper gezehrt, doch ihr Geist hatte sie weiterlaufen lassen, bis er schließlich mit mehr Deutlichkeit nach einer Rast verlangt hatte. „Ich… nein wir hatten ein Revier, aber ich habe es verlassen.“, murmelte die Fähe erklärend, ehe sie bemerkte, dass man daraus nicht allzu viel schlussfolgern konnte. „Ich hatte einen Gefährten und wir wollten gemeinsam ein Rudel gründen. Wisst Ihr, wir waren beide eingeschworene Einzelgänger und wollten und niemals fest einem Rudel anschließen, da wir wohl nicht allzu gut für eine solche Gemeinschaft gewesen wären, weil wir uns nicht unterordnen wollten. Aber seid ich ihn kannte, wünschte ich mir mehr. Ich wollte mit ihm zusammen sein und auch Welpen bekommen, aber er ... er ist verschwunden.“ Ein leises Winseln verließ die Kehle der Polarwölfin, welche gedankenverloren in die Luft stierte. „Ich habe unser Revier verlassen, um ihn zu suchen. Deshalb bin ich hier, deshalb bin ich immer weiter gelaufen. Aber, aber er war nicht da. Nirgends. Ich… ich weiß nicht, wo ich noch nach ihm suchen soll, vielleicht ist er sogar tot?“
Die Wölfin schüttelte leicht ihr Haupt. ’Nein, er kann nicht tot sein, er lebt, irgendwo… ganz sicher.’ Ganz fest klammerte sich das einsame Geschöpf an diese Hoffnung, denn er war schließlich ihr Gefährte, der Vater ihrer noch ungeborenen Welpen. Er durfte ganz einfach nicht sterben! „Mein Name ist Eve.“, gab sie auf seine Frage zurück. ’Vielleicht ist er Evil begegnet? Ob ich fragen sollte? Vielleicht weiß er ja etwas über seinen Verbleib? Aber ich glaube eigentlich nicht… Evil meidet andere Wölfe.’ Die Fähe wurde aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich ein Stück der Beute des Schwarzen vor ihr fallen gelassen wurde. Vorsichtig beäugte sie das blutige Fleisch, während sich gierig Speichel in ihrem Fang sammelte.
Eve blickte unsicher zu dem stolzen Einzelgänger, der sie ebenfalls beobachtend nicht aus seinen Augen ließ. „Danke. Vielen Dank.“ Kaum hatte sie sich bedankt – oder vielmehr im Namen ihrer Welpen – stürzte sich das helle Geschöpf mit einem Heißhunger auf ihr Stück, dass man meinen könnte, sie habe seit Tagen nichts gefressen. ’Nun, ich glaube das kann sogar in etwa hinkommen.’ Mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit riss sie das Fleisch vom Knochen, um es gierig zu verschlingen, bis alsbald nur noch der Knochen von ihrer Mahlzeit kündete, den sie nun zwischen ihre Vorderläufe klemmte, um daran zu nagen. Schließlich wollte sie nichts, aber auch gar nichts von diesem Geschenk vergeuden, sodass sie ihr Möglichstes tat, um an das Knochenmark zu gelangen.
„Seid Ihr möglicherweise einem Rüden begegnet? Meinem Gefährten? Er heißt Evil.“ Mit hoffnungsvollen Augen blickte sie zu ihrem Gönner, während sie sich die Schnauze leckte.

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Zuletzt von Eve am Do Aug 20, 2009 1:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:32 am

Ein ganzes Stück nördlich des Geschehens versucht ein weiterer Wolf sein Glück auf der Jagd.

Fjarl war schon tagelang in den Süden unterwegs gewesen, es wurde täglich wärmer, und nun ließ er sich die erste kühle Brise des neuen Tages um die Nase wehen. Hier gab es nicht viel Vegetation, nur einige struppige Büsche und trockenes Gras, doch in der Entfernung konnte er ein kleines Wäldchen erkennen, dieses sollte das Ziel seiner heutigen Wanderung sein, und ihm hoffentlich Nahrung liefern und ein wenig Schutz und Schatten spenden.
Der große schwarze Wolf entschied sich dazu aufzubrechen bevor die Sonne allzusehr herunterbrennen und ihn in in seinem Tempo bremsen würde, er streckte sich noch einmal und schüttelte sich den Staub aus dem Fell, bevor er in einen moderaten Trab verfiel und auf das Wäldchen zuhielt.
Nachdem er einige Stunden gelaufen war, war er nun dem Wäldchen erheblich nähergekommen, der Geruch von Wasser und Laub stieg ihm bereits in die Nase und hechelnd bewegte er sich in freudiger Erwartung ein wenig schneller. Plötzlich schoss ein Kaninchen aus seinem Versteck zwischen einigen Grasbüscheln heraus, uns stob in Richtung Wäldchen davon. Vom Hunger getrieben rannte Fjarl mit aller Kraft dem leckerem Happen hinterher, nach kurzer Zeit spürte er leicht feuchtes Laub unter seinen Pfoten und beeilte sich umsomehr das Kaninchen zu erwischen, niemals wandt er den Blick von seiner Beute ab, langsam schloss er auf, er konnte das Kaninchen schon beinahe schmecken, als dieses plötzlich die Richtung wechselte und Fjarl in seinem Bemühen abzudrehen auf dem feuchtem Laub ins rutschen geriet, über eine Wurzel stolperte und heftig und unsanft auf etwas Weichem landete...
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Neela
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:34 am

Erschöpft von der langen Reise, und ein wenig gequält vom heissen, trockenen Boden bahnt sich die schöne, weiße Wölfin den Weg durch die trockene Tundra. Mit einem schweren Seufzer blieb die junge Polarwölfin stehen, hob die rechte brennende Pfote an, um dann ein paar mal über diese zu schlecken. Sie hatte das kleine Wäldchen so gut wie erreicht, und machte sich nun auf den Weg, auch das letzte Stück des heissen Bodens zu überqueren. Manchmal bedauerte sie es, dass sie den kalten Norden verlassen hatte.. mit dem vielen Schnee den sie doch so sehr mochte. Der Schnee, das kalte Wasser und der kühle Wind, dass war ihre Heimat.. und nicht staubtrockener Boden, ausgedörrte Pflanzen und brennende Sonne.
Als sie den Wald nun endlich erreicht hatte, schüttelte sie sich erst einmal den Staub aus dem weißen Pelz. An einem schattigen Plätzchen ließ sie sich nieder und schleckte wieder über die schmerzenden Pfoten. Erleichtert, endlich ein wenig Ruhe finden zu können schnaufte Neela tief auf und wollte gerade ihren Kopf auf die Pfoten legen, als sie etwas vernahm. Sofort schoss ihr Kopf wieder in die Höhe, wild zuckten ihre Ohren hin und her und sogleich reckte sie ihre feine Nase in die Luft. Sie hörte das etwas auf sie zukam.. und noch bevor sie aufspringen konnte, wurde sie auch schon zu Boden gedrückt und sah im Augenwinkel noch ein verstörtes Kaninchen vorbei flitzen. Völlig erschrocken wandte sich die junge Wölfin sofort umher, knurrte laut und fletschte die Zähne. Neela kam relativ schnell wieder auf die Pfoten, erkannte das es ein Wolf war, der so unsanft auf ihr gelandet war, wich zurück um so gleich wütend die Rute zu erheben. Ihr Nackenfell stellte sich bedrohlich auf und ließ sie größer wirken als sie eigentlich war. Und doch sah man sofort, dass Neela eine recht kleine, zarte Wölfin war. Sie war so überrumpelt vom dem fremden Wolf, dass diese Reaktion die natürlichste war.

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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:37 am

Fjarl schüttelte den Kopf um etwas klarer denken zu können, sein Magen rumorte wegen des Hungers, und die Tatsache, dass er dieses Kaninchen nicht gefangen hatte ärgerte ihn. Als er sich aufrappelte drang an Knurren an seine Ohren, und nun nahm er auch den Geruch eines anderen Wolfes wahr. Mit angelegten Ohren und zum Sprung bereit wirbelte der große schwarze Wolf herum um den anderen Wolf ins Blickfeld zu bekommen. Sichtlich entspannte er sich ein wenig, als er schließlich den Blick auf die kleine Fähe richtete, die ihm dort gegenüberstand.
"Guten Abend", sprach er mit tiefer freundlicher Stimme,"Es war nicht meine Absicht dich anzugreifen oder anderweitig zu belästigen."
Gähnend nahm Fjarl Platz und kratzte sich gekonnt lässig hinter dem rechtem Ohr, behielt dabei den Blick allerdings immer auf die kleine Fähe gerichtet.
"Ich bin eigentlich nur auf der Durchreise, und wollte mich hier ein wenig ausruhen bevor ich weiterziehe. Wenn dies aber dein Revier sein sollte, dann werde ich wenn du es wünschst natürlich sofort weiterziehen." Mit einem flüchtigem Blick schätzte Fjarl die Umgebung ein und beschnüffelte gleichzeitig die Luft.
"Ich nehme an dein Gefährte ist gerade auf der Jagd?"...
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Neela
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:39 am

Neela brummt sogleich um einiges lauter, als der fremde Wolf herumwirbelt und sie ebenfalls anknurrt. Als er sich jedoch so schnell wieder entspannt legt sie verwirrt den Kopf schief, immer noch den großen Sicherheitsabstand bewahrend. Unterschätze der Fremde sie vielleicht? Sie war wahrlich nicht besonders groß, aber dafür umso schneller und flinker. Mit einem leicht verdutzen Ausdruck im Gesicht, setzte sich die Weiße schließlich auf die schlanken Hinterläufe, den Fremden nicht aus den Augen lassend. Sichtlich misstrauisch nickt die Wölfin zum Gruß, als Fjarl sie ebenfalls begrüßt hatte. „Ich bin selbst auf der Durchreise, von daher besitze ich kein Revier und kann dir auch nicht vorschreiben ob du weiterziehst“ sprach die junge Wölfin mit einer unerwartet sanften und melodischen Stimme. „Und nein, ich habe keinen Gefährten.. ich habe mich alleine auf die Reise gemacht“ erklärt sie nun möglichst gelassen, obwohl nicht zu übersehen war wie unwohl sich die Wölfin in der Gegenwart des großen Rüden fühlte, der vielleicht immer
noch eine große Gefahr für sie bedeutete. Abschätzend betrachtete sie den Wolf, neigte schießlich den Kopf ein wenig und erhob erneut ihre klare Stimme. „Mein Name ist Neela“ erklärt sie ruhig.

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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:39 am

"Oh bitte verzeih, ich vergaß vollkommen mich vorzustellen."
Mit einer angedeuteten Verbeugung deklarierte Fjarl:"Mein Name lautet Fjarl."
"Da du nichts dagegen hast werde ich die Nacht hier verbringen und morgen vor Sonnenaufgang aufbrechen."
Beschämt senkte der große Wolf den Blick als das laute Knurren seines Magens ihn unterbrach.
"Verzeih, ich habe seit Tagen nichts zwischen den Zähnen. Ich denke ich werde wohl nocheinmal versuchen müssen dieses Kaninchen zu erwischen." Mit diesen Worten streckte sich Fjarl energisch und stand auf, wobei er kurz und heftig zusammenzuckte. Mit einem fast unbemerkbarem Hinken bewegte er sich erhobenem Hauptes an den Rand der kleinen Lichtung, wo er sofort anfing nach der Spur des Kaninchens zu schnüffeln, und selbiger zu folgen nachdem er sie erst einmal aufgenommen hatte, wobei er nun deutlich sichtbarer bei jedem Schritt den er mit dem linkem Hinterlauf tat zusammenzuckte. "Ich nehme an, da du ohne Gefährten lebst bist du eine passable Jägerin?", erscholl die tiefe Stimme hinter den Büschen.
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Neela
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:40 am

Neela selbst hatte ebenfalls einen ziemlich großen Hunger, doch wollte sie sich dies nicht anmerken lassen. Was die Jagd anging, so versprach sie sich von diesem Wäldchen um einiges mehr, als von der ausgetrockneten Tundra. Dort hätte man vielleicht mit Glück irgendwo einen verrotteten Kadaver gefunden. Fast lautlos folgte Neelas neugierig Fjarls Schritten, um dann den Kopf interessiert durch das Gebüsch zu stecken und den Schwarzen zu beobachten. Ihr Blick wirkt überrascht als sie das Hinken des Wolfes bemerkt und obwohl sie ihn weiterhin auf Abstand hielt, schlich sich doch eine Mischung aus Mitleid und Besorgnis auf ihre zarten Gesichtszüge.
„Das kann man so sagen“ meint sie auf seine Aussage mit dem Jagen und fixiert die Pfote des Rüden. „Aber die letzten Tage gab es reichlich wenig zwischen die Zähne..“ sie hält kurz inne, etwas zögernd. „Warte hier.. vielleicht erwische ich ein Tier und kann es in deine Richtung jagen. Mit etwas Glück, wird das Tier kaum mit dir rechnen und du kannst es rechtzeitig packen“
Noch bevor Fjarl etwas erwidern kann, ist die Polarwölfin schon im Unterholz verschwunden.

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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:40 am

Mit einem lautem Seufzen legte sich Fjarl, nicht ohne Mühen, so flach es ging ins Gebüsch. Diese verdammte Wunde war niemals richtig verheilt und die Jagd auf das Kaninchen war mehr als genug Belastung für einen Tag gewesen, nun schmerzte ihn sein Lauf, und noch dazu musste er sich jetzt schon beim jagen helfen lassen, er hatte nicht umsonst 7 Winter überstanden. Die flanken das schwarzen Wolfes erzitterten als er sein Gewicht verlagerte und ein Sturm von Schmerz ihn durchfuhr. 'Ich hoffe, dass ihr Plan erfolg hat, Ehre füllt nicht meinen Magen.' dieser Gedanke ging ihm durch den Kopf, als er sich selbst hätte beißen können, dass er seine Ehre so einfach verschenkte.
Die Sonne stand mittlerweile sehr tief am Horizont und tauchte den Wald in rötlich-schummriges Licht. Fjarl blickte für einen kurzen Augenblick auf sein zerzaustes Fell, definitiv war er nicht in bester Verfassung. Das Geräusch brechender Zweige ließ ihn aufhorchen, ja definitiv näherkommend. Sein Körper war angespannt, sein Atem ging flach, 'ganz leise jetzt, ignoriere den Schmerz'. Als das Wild durch die Büsche brach war Fjarl bereits im Sprung, er traf das Rehkitz heftig an der Flanke und versenkte seine Zähne in den Nacken des kleinen Tieres, er vernehmbares Knacken deutete auf das Brechen des Genicks hin, und Sekunden später brach das Tier zusammen. Mit blutbefleckter Schnauze riss Fjarl den Leib am Bauch auf und riss gierig einen Brocken heraus, just in dem Augenblick als Neela den Ort des Geschehens betrat.
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Neela
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:41 am

Die junge Wölfin hatte nicht lange gebraucht um das junge Rehkitz ausfindig zu machen. Es stand ein ganzes Stück abseits seiner Mutter und war so darin vertieft die Blätter von einer Pflanze zu zupfen, dass es die Fähe garnicht bemerkt hatte. Wie ein Blitz kam Neela aus dem Unterholz geschossen und hetzte mit gefletschten Zähnen, laut knurrend, auf das junge Reh zu. Es geschah alles so schnell, dass die Rehmutter kaum Zeit hatte zu reagieren und schon bald war Neela wie das Rehkitz komplett aus dem Sichtfeld der schockierten Mutter verschwunden.
Unterdessen folgte die Wölfin dem Rehkitz in einem gewissen Abstand und versuchte es in Fjarls Richtung zu dirigieren. Hechelnd blieb sie stehen als das Reh genau in Fjarls Versteck raste und wirkte zufrieden, als sie vernahm wie Fjarl das Leben aus dem jungen Tier riss.
Schwer atmend tappste sie auf das Reh zu. Als Polarwolf war diese Hitze eh schon kaum aushaltbar, und das Jagen hatte sie so gut wie unerträglich werden lassen. Kurz blieb sie stehen, blickte auf Fjarl der schon fleißig am fressen war und musterte ihn. Sie fühlte das sie ihn im Stolz verletzt hatte und obwohl ihr Vorschlag sich als guter Einfall erwiesen hatte, fühlte sie sich ein wenig schlecht. Kurz bevor sie ein großes Stück aus dem Reh riss, schaute sie ihn erneut kurz mit einem schwer definierbaren Blick an, der jedoch keines Wegs mehr feindselig war. Es war ein sanfter Blick, der Fjarl das erste Mal erahnen lies, was für ein wahrlich gutmütiges Herz doch in der zarten Wölfin schlug.

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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:43 am

Eleazar spitzte die Ohren, als die Polarwölfin zu Antworten begann. Er kaute ruhig an seinem Knochen herum, den er gerade abgenagt hatte und begab sich zum nächsten Brocken als sie beteuerte, sehr viel in Gedanken gewesen zu sein. Sie suchte also ihren gefährten mit dem sie ein Revier hatte, von dem sie Welpen erwartete und der wie es schien weg war. Ja er war weg. Sie bestätigte es ihm auch noch. Stumm nickte der schwarze und kaue am Muskelfleisch herum als Eve, wie sie sich vorstellen würde, über die Haxe herfiel als ob es das einzigste Essen währe, dass ihr das Leben retten konnte… Zar hob den Kopf und sah ihr mit gespitzten Ohren und hochgezogener Augenbraue dabei zu.
`Man hat die einen Hunger……. Da ist jeder Vielfraß ein Picknicker gegen. ´
Dachte er bei sich und schüttelte unmerklich den Kopf. Dan kam die Frage, ob er ihren Evil gesehen habe.. Evil? Ein netter Name.
„Nein habe ich nicht…… Ich kann dir bei der Suche Helfen……. Ich habe sowieso kein Ziel zu dem ich will und da meine Verfolger auch tot sind habe ich auch keinen stress mehr….. Wolltest du wieder ein Revier gründen? So planlos in der Gegend herumzulaufen und die Welpen irgendwo zu gebären ist nicht die feine Art. Wobei was fein ist und was nicht darüber lässt es sich streiten…. Ich einerseits kenne nur unfeine Sitten…. Krieg tot blut und den Kampf….. Ich könnte theoretisch mit dir kommen und dich beschützen das heißt wenn du es annimmst. Mein Rudel existiert für mich nicht mehr. Aber das ist eine andere Sache.. Also? Soll ich oder nicht?“
Fragte er sie nun und schluckte noch einen bissen herunter.
„Willst du noch? Nimm dir.. ich bin satt..“
Damit erhob er sich trottete zum Wasser und senkte das stolze Haupt gen Boden und somit ins Wasser. Er sah sein Spiegelbild und Erinnerungen kamen auf. Er sah aus wie sein Vater und das war der ausschlaggebende Grund dafür. Er hasste seinen Vater hatte ihn aus diesem Grund getötet und damit Langes leiden beendet. Blut von hunderten klebte an seiner Seele er war eine Kampfmaschine, gefühllos und kalt und doch einsam. Er hasste sich selbst für etliche taten aber wusste nicht es zu unterdrücken also mauerte er sich und seinen Geist ein. Eine undurchdringliche Mauer aus Stahlbeton und Eis. Er hatte zu Ende getrunken und betrachtete nur das Bild…. Wut keimte in seinen Adern und so schlug er mit der Pfote sein Spiegelbild weg, mit einem leisen knurren und drehte vom Wasser ab, lies sich im Schatten nieder und wartete auf jedwede antwort der Fähe. Die halbe Beute war noch da.
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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:44 am

Nachdem sich die beiden Wölfe den Bauch vollgeschlagen hatten zog Fjarl einige Zweige über den Kadaver, Morgen bevor er aufbrach würde er nocheinmal davon fressen, und Neela genügend übriglassen, dass auch sie noch satt würde.
Als die sonne hinter dem Horizont verschwand trat Fjarl wieder auf die Lichtung, wo Neela schon unter einem Baum lag. In geringem aber ausreichendem Abstand nahm der narbige Wolf auf einem großem Stein Platz. Bevor er wieder auf die Lichtung trat hatte er sein Fell in Ordnung gebracht, und nun schimmerte und glänzte sein dichter schwarzer Pelz im Mondlicht. Während er das schneeweiße weiche Fell Neelas betrachtete legte er sich umständlich nieder und gab dabei besonders Acht darauf, dass die Fähe nicht bemerken würde, dass sein Lauf ihn schmerzte. Sein Blick suchte nach ihren Augen, Lichtern in der Nacht, und nachdem er sich vergewissert hatte, dass die Fähe noch wach war sprach er:"Wieso bist du eigentlich allein aufgebrochen? Oh verzeih, es steht mir sicherlich nicht zu dich das zu fragen, wo ich doch selbst allein unterwegs bin."
Und Fjarl erzählte Neela seine Geschichte.
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Neela
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:45 am

Neela hatte natürlich schon lange bemerkt, dass dem Wolf die Pfote schmerzte. Da er aber ein solch stolzes Tier war und Neela ihn womöglich schon wegen der Jagd gekränkt hatte, würde sie sich hüten ihn auf die verletzte Pfote anzusprechen.. zumindestens für diesen Abend. Unter dem Baum hatte es sich die Wölfin also gemütlich gemacht, lag auf der Seite und hatte die Pfoten von sich gestreckt. Fjarl ließ sie natürlich nicht aus den Augen, und als er begann seine Geschichte zu erzählen, lauschte sie gebannt seinen Worten. Neelas Herz zog sich ein wenig zusammen, als er zu dem Teil mit seinem Vater kommt. Sie seufzte leise und dachte an die Menschen, vor denen sie so oft gewarnt wurde. In ihren Ohren klang die warme Stimme ihrer Mutter: „Neela, es gibt durchaus freundlich gesinnte Menschen, aber die meisten fürchten uns und sehen uns als Feind an“. Als Fjarl seine Geschichte zu Ende brachte, begann auch Neela zu erzählen. Sie erzählte viel von ihrer Mutter, die geflohen war, als das Rudel von einem neuen Alpha übernommen wurde und das Leben ihrer Welpen in Gefahr schwebte, und dass sich schließlich die Wege der beiden trennten. Wenn Neela von ihrer Mutter sprach, so wurde ihre Stimme von einer leichten Traurigkeit begleitet.

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Eve
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:46 am

„Schade, ich hatte gehofft, dass irgendjemand ihn gesehen, oder gar mit ihm gesprochen hat.“ Eve stieß ein Seufzen aus und platzierte noch im selben Moment ihren Kopf auf dem staubigen Boden, während der reichlich angenagte Knochen zur Seite kullerte. ’Er hat ihn also auch nicht gesehen.’ Als die nächsten Worte des Männchens an ihr Gehör drangen, spitzte sie ihre Ohren und blickte in die Richtung des größeren Wolfes. „Mir helfen?“, echote die Weiße mit einem Gemisch aus den verschiedensten Emotionen. Die Polarwölfin war klug genug, um zu wissen, dass sie einen anderen Wolf zu ihrer Unterstützung benötigte, jedenfalls wenn die Geburt näher rückte und sie ihren Körper nur noch schwerfällig fortbewegen könnte und gewiss auch dann, wenn die Welpen geboren waren, da sie die kleinen Geschöpfe sicherlich nur schwer alleine aufziehen könnte. Allerdings wusste die Fähe nicht ganz, was der Rüde damit bezwecken wollte, nun gut, er hatte kein eigenes Ziel, doch wieso bot man dann einer völlig Fremden seine Hilfe an? Sie selbst wäre niemals auf diesen Gedanken gekommen, denn ihre Artgenossen waren ihr zu großen Teilen gleichgültig geworden, sodass man Hilfsbereitschaft gewiss nicht als eine ihrer Charakterstärken bezeichnen durfte.
Langsam hob sie ihr Haupt wieder an, um kurz darauf ihren ganzen Leib in eine stehende Pose zu erheben und das unbedeutendere Angebot des dunklen Rüden ohne großartige Scheu anzunehmen: wenn er das Fleisch nicht mehr wollte, so würde sie sich den Bauch damit vollschlagen – schließlich wusste die Fähe nie, wann sie das nächste Mal etwas bekommen sollte. Rasch war sie bei den Überbleibseln des Kadavers angelangt, um ihr Haupt elegant herabsenken zu lassen und sich auch an dem restlichen Fleisch gütlich zu tun. Diesmal jedoch wurde sie nicht von unstillbarer Gier beherrscht, da ihr größter Hunger weitestgehend gestillt worden war, doch trotzdem schien es dem hellen Geschöpf ein reges Vergnügen zu bereiten zu fressen, selbst als sich daraufhin ihre Schnauze blutrot färbte, da das Blut nur zu gern am hellen Fell der Wölfin haften blieb.
„Ich… würde mich freuen, wenn du mir bei meiner Suche helfen würdest, allerdings kann ich dir direkt sagen, dass ich keinen Beschützer benötige! Ich mag kleiner sein als du und Welpen austragen, doch meine Zähne sind noch genauso scharf, wie zuvor. Ich rate dir, mich nicht zu unterschätzen, Wolf!“ Als sie ihren Standpunkt klar machte, hatte sie von der Beute abgelassen, um Eleazar genau zu beobachten, um jede Reaktion auf ihre Ankündigung zu bemerken. Je mehr Worte die beiden ungleichen Kreaturen miteinander wechselten, desto deutlicher konnte man bemerken, wie die Wölfin sich wieder fasste und zu ihrem eigentlichen Wesen zurückzufinden schien. Gewiss harrten ihre Gedanken in der Verzweiflung, die sie schier umgab, seit Evil verschollen war, doch nun, da sie von ihren Welpen wusste, hatte die Wölfin wieder einen Plan. Ein Ziel. ’Ich werde nicht so enden, wie meine Mutter.’ Oh ja, ihre Mutter Mell war in einer ähnlichen Situation gewesen und von den ganzen Jungtieren hatten gerade mal drei überlebt – wäre Eve mitsamt ihren Geschwistern in einem Rudelverband geboren und aufgewachsen, so hätten gewiss auch all die anderen überlebt. Eve würde nicht so enden. Oh nein, sie würde ihre Welpen irgendwo in Sicherheit zur Welt bringen und dafür sorgen, dass sie keinerlei Gefahren erreichen könnten, selbst wenn sie dafür auf die Unterstützung eines unbekannten Wolfes zurückgreifen musste, dem sie nicht unbedingt Vertrauen schenkte. Er war fremd und selbst wenn die Fähe nun keinen Angriff suchte, ja sich sogar recht höflich mit Eleazar unterhalten hatte, so wollte sie keineswegs leichtfertig ihr Misstrauen verlieren.
Schließlich wusste Eve nicht, welche Hintergedanken den Rüden bewegten.

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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:47 am

Die Nacht war bereits weit fortgeschritten und der Mond stand hoch am Himmel, die Sterne funkelten herab auf die Lichtung auf der die beiden Wölfe sich zur Nachtruhe begeben hatten.
Neela hatte ihm ihre Geschichte erzählt, und Fjarl kam nicht umhin zu bemerken, dass die Trennung von ihrer Mutter die Fähe traurig machte. Als sie geendet hatte zog die Müdigkeit schon schwer an seinen Lidern, der Tag war sehr anstrengend gewesen, sein Lauf pochte unangenehm vor sich hin, aber immerhin war er satt, und morgen früh würde er sich auf den Weg machen, und weiter Richtung Süden ziehen. Dieses Wäldchen schien wie ein kleines Paradies, doch wie lange mochte es imstande sein zwei Wölfe zu ernähren, geschweige denn ein ganes Rudel? Ja, morgen frpüh würde er noch einmal fressen und trinken und dann aufbrechen, sollte er Neela fragen ob sie ihn begleiten wolle? Sie war immerhin eine geschickte Jägerin, und ausserdem war sie ebenso wie er alleine.
Mit diesen Gedanken sanken ihm die Lider hernieder und er fiel in einen unruhigen schlaf, in dessen verlauf er den Tod seines Vaters erneut im Traum miterleben musste.
Ein lautes Rascheln in den Büschen ließ Fjarl plötzlich aufschrecken, er sprang auf und schlich sich so leise es ging an die Quelle des Geräusches heran. Hinter den Büschen, dort wo er Zweige über die Beute gezogen hatte bewegte sich ein dunkler Schemen, zu klein für einen Wolf...
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Neela
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:48 am

Auch Neela war in einen doch recht angenehmen Schlaf verfallen. Ihr Magen war endlich wieder gefüllt, ihre Glieder konnten entspannen und auch das brennen der Pfoten war fürs erste verschwunden. Die feinen Ohren der Wölfin zuckten bei jedem kleinsten Geräusch und obwohl die Fähe schlief, entging ihr nichts. Fjarl war ihr zwar noch fremd und sie würde ihn auch noch weiterhin auf Abstand halten, doch trotzdem war sie ein wenig erleichtert ihn getroffen zu haben, auch wenn sie dies nie offen zugegeben hätte. Fast zeitgleich mit Fjarl schoss auch ihr Haupt in die Höhe, als sie das Rascheln in den Büschen vernahm. Die Geräusche waren anders als jene, welche die Wölfin bisher vernommen hatte, sie beunruhigten Neela. Leicht sträubte sich das Nackenfell der Wölfin, aber sie knurrte nicht.. was auch immer dort war, sie wollte nicht die Aufmerksamkeit auf die beiden Wölfe ziehen. Sie erhob sich, folgte Fjarl in geduckter Haltung. Die Ohren angelegt und den Schwanz gesenkt, machte Neela einen schon fast unterwürfigen Eindruck, und doch wollte sie sich nur möglichst unauffällig verhalten. Neben dem schwarzen Wolf kam sie zum stehen und legte den Kopf schief als sie den Schemen entdeckte, der scheinbar an ihrer Beute herum scharrte, wenn nicht sogar schon futterte. Sie verzog das Gesicht, erschnüffelte den Dieb mit der feinen Nase und erkannte das es sich um einen ziemlich dreisten Fuchs handelte. Recht siegessicher trat die junge Wölfin durch das Gebüsch. Nackenfell und Rute drohend aufgestellt, knurrte sie tief auf, legte die Ohren an und trat brummend auf den Fuchs zu. Der erschrockene Fuchs legte ebenfalls sogleich die Ohren an, wich ein paar Schritte zurück und schätzte die Situation ab. Er brauchte nicht allzulange um auch Fjarl zu erschnuppern und ihm wurde bewusst, dass er diesen Kampf unmöglich gewinnen konnte. Er warf einen wehleidigen Blick auf das Reh, war so froh und erleichtert gewesen dies gefunden zu haben.
Neela trat näher an den Fuchs heran, ihr knurren wurde wütender.. "Verschwinde Fuchs" warnte sie.. "dies ist nicht deine Beute" sprach die Fähe und zuckte kurz mit den Ohren als auch Fjarl neben sie trat. Auch er, der alleine schon durch seine Größe respekt einflößend war, lies ein grollendes Knurren ertönen.
Der Fuchs knurrte nicht, er würde die Wölfe nicht unnötig reizen, dass wäre ein fataler Fehler. Er blickte auf das Reh, dann zu den Wölfen... sprang plötzlich hervor, riss mit geballter Kraft einen kräftigen Brocken aus dem Leib des Rehs und hetzte sofort los. Laut knurrend, die Zähne gefletscht sprang die Wölfin mit einem weiten Satz hinter dem Fuchs her und deutete damit eine Verfolgung an.
Neela machte kehrt, blickte auf das Reh hinab und stellte erleichtert fest, dass der Fuchs nicht allzuviel gestohlen hatte. Sogleich legte sich das gesträubte Fell wieder und sie blickte zu Fjarl. Ein leichtes Grinsen legte sich auf ihr Gesicht und sie lachte leise. Irgendwie hatte es die Fähe ein wenig vergnügt den Fuchs zu vertreiben.

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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:49 am

Zar sah zu der Fähe und dachte etwas nach. Konnte er ihr Helfen? er war eigentlich ein Krieger, ein Stolzer Alpha war er gewesen nun war er nur noch ein Wolf, dem sein Stolz verletzt und sein Wille zu stark war sich einem anderen Alpha zu unterwerfen. Er sah bedrückt zu Boden auch wenn er sofort seine Bedrücktheit hinter einer Mauer verbarg. Sein Antlitz schien wieder erstarrt und kalt. Seine Seelenspiegel hoben sich zu Eve auf und musterten sie beim Fressen.
„Ich will nur einen Sinn zum leben finden dem ich folgen kann bevor ich komplett an meiner Seele zergehe wie ein Salzkristall im Wasser.“
Flüsterte er leise und seine Stimme war gebrochen und mit trauer gefüllt. Er war eigentlich im tiefsten inneren ein weicher gutmütiger Wolf Freundlich und offen aber seine Lebensjahre hatten ihn so verschlossen das er nur noch seine harte schale sah den Kern völlig vergaß und nur die Wand aus eis um sich zog.
„Mit ein bisschen Marsch könnten wir zu einem Wald gelangen, welcher hier irgendwo sein soll laut ein paar Quellen die ich kenne. Man kann dem Rinnsaal des Flusses hier folgen. So hieß es. Hier in dieser Tundra wird es Übertags zu warm. Wie schnell kannst du laufen?“
Fragte er nun mit neuer feste in der Stimme die seine vorherige Stimme völlig auszutauschen schien. Wie ein Schalter der umgelegt wurde. Er sah zu der Fähe und wartete auf eine Antwort. Er hoffte irgendwo das sie die ersten Worte nicht gehört hatte es war eine verletzliche stelle von ihm, welche er eigentlich nicht zur Schau stellte aber es nahm überhand und es quälte ihn. immer wieder kamen die Bilder seiner Betas vor sein inneres Auge, welche mit weit geöffneten Angstverschleierten Augen vor ihm kauerten und ihren letzten Atemzug taten….. Ein Schauer durchlief ihn… Er war nicht besser als sein Vater und das schoss ihm immer wieder durch den Kopf. Abwesend reinigte er so gut es ging seine Wunde am Lauf…
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Eve
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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:52 am

’Er will seinen Lebenssinn finden? Was verbirgt dieser Wolf für ein Geheimnis? Ich verstehe nicht, wie man so weit kommen kann, nicht mehr zu wissen, weshalb man überhaupt atmen sollte. Natürlich weiß ich selbst seit Evil fort ist weder ein, noch aus, aber mein Leben hatte alle Zeiten einen Sinn, sei es auch nur, um den kalten Wind an meinem Fell zerren zu spüren. Kann ich diesem Rüden vertrauen? – Will ich das?’ Skeptisch spielte die Wölfin mit ihren Ohren, denn sie hatte die leisen emotionsvollen Worte vernommen und sie mochten so gar nicht zu dem bisherigen Eindruck des großen Wolfes passen, den Eve bisher von ihm gehabt hatte. Ob er doch nicht so stark war, wie er von außen wirkte? ’Sein Gesicht ist eine Maske und das, wo wir Wölfe doch so sehr auf die Mimik und Körperhaltung angewiesen sind, um unsere Artgenossen wahrlich zu verstehen.’ Das Misstrauen der werdenden Mutter bekam unerwartete Höhen, während ihre bernsteinfarbenen Augen starr auf den wahren Riesen unter den Wölfen gerichtet waren.
’Nein, einem Wolf, wie ihm will ich nicht vertrauen. Nicht jetzt, vielleicht irgendwann, aber er ist mir fremd und ich kann ihn nicht… nicht nachvollziehen.’ Die Fähe wusste selbst, dass man manche Emotionen liebend gern vor anderen verbarg, so zum Beispiel Trauer, Schmerz, aber auch düstere lodernde Feindschaft. Eve allerdings zog es vor, andere in ihr Wesen blicken zu lassen: wenn sie jemanden hasste, oh, er oder sie würde es merken und wenn sie Schmerz empfand, so erachtete sie das Verbergen desselbigen als fatal, denn oftmals waren andere darauf angewiesen genau zu erfahren, wie es um die Fähe stand – nicht, dass sie viele an sich heran gelassen hätte, denn den meisten Wölfen ging die helle Wölfin schon aus Prinzip aus dem Weg, da sie ihr meist zu aufdringlich erschienen.
„Man sucht keinen Sinn zum Leben, – denn dann wirst du das Offensichtliche nie entdecken und blind durch die Welt ziehen! Du solltest dich nicht in deiner Verzweiflung winden, ja vermutlich trägst du ein düsteres Geheimnis mit dir, Eleazar, aber daran kann man wachsen. Suche nicht nach einem Sinn, denn er ist längst in dir. In deiner Seele. Selbst wenn du ihn auf den ersten Blick nicht bemerken magst, zumindest solange du dich noch im Selbstmitleid wälzt und deine Augen nicht öffnest.“ Ein leises Knurren hallte in der Stimme der Wölfin wieder, welche mit ein paar Schritten die Distanz zwischen sich und dem Rüden überwandte und ihn vernichtend fixierte. „Du bist doch ein Kämpfer“, fuhr Eve mit gemäßigter Stimme fort. „Nicht wahr? Also lass dich nicht von deiner Vergangenheit quälen!“ Die Polarwölfin ließ ihre Worte mittels einer Pause deutlicher wirken, während sie sich nun wieder von der frontalen Ansicht abwandte und in den Schatten setzte und nun erst gedachte auf die anderen Worte des männlichen Tundrawolfes zu reagieren: „Was hat die Geschwindigkeit damit zu tun? Ich kann schnell sein, aber jetzt dort hinüber in den Wald zu hetzen halte ich für unklug, denn schließlich ist die Sonne noch lange nicht hinter dem Horizont verschwunden und hier spendet diese Eiche genügend Schatten, um zu verweilen, bis entweder Wolken die Sonne verschlingen, oder sie untergeht.“

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Eleazar

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:53 am

Eleazar schreckte kaum merklich zusammen als sie die Stimme erhob. Seine Ohren schnippten nach vorne und sein blick hob sich gezeichnet von einem Gefühl das Überraschung? spiegelte? Überrascht bis entsetzt dan verlegen und in sich kehrend. Er musterte sie und lauschte ihren Worten. Sie erschütterte ihn es gab keinen Sinn im Leben? Der Sinn war in ihm? Er lies den Blick sinken und tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf…………… Er fühlte sich auf einmal so alleine so verloren in sich selbst.. Eingekerkert in eine Wand eingemauert, lebendig begraben und bewegungslos. Die Worte der Fähe erschreckten ihn auf eine weise. Und so sah er sie stumm an, als sie näher kam. Er seufzte als sie endete und lies die Ohren hängen. Auf einmal sprudelte es wie ein Wasserquell aus ihm heraus.
„Eve…. wenn du mich kennen würdest ich wüsste nicht ob aber vielleicht würdest du es verstehen.. ja ich bin ein Kämpfer war ein Kämpfer und Alpha eines vor meiner Geburt blühenden Rudels….. Meines Vaters Bruder tötete meinen Vater als ich Welpe war. Er trennte mich von meinen Geschwistern. Ich wuchs unter Qualen auf… Ich lernte zu Kämpfen wurde oft verletzt und er tötete mich einmal beinahe.. Ich begann ihn zu verachten zu hassen und zu verfluchen. Das Rudel spaltete sich und er Kämpfte gegen die anderen… Die Tears of Savalin hießen Damals Dreamdancer…. Nach der Spaltung wurden es die fallen dancers und die Tears of Savalin. Savalin verehrte unser Rudel als Schöpferin es hieß wenn sie weint dan kommt das Ende. Ich tötete meinen Vater irgendwann vor Hass ich wurde zerfressen von Pein und Wut. Die Betas der ToS beschlossen mich zu erwählen so führte ich in blindem hass und schierer Verzweiflung das Rudel.. ich weis nicht wie viele ich getötet habe ich weis nicht ob es meine eigenen Geschwister waren ich weis nicht mal ob ich noch verwandte habe…. Ich sah irgendwann ein das ich nicht besser als mein Vater bin……. Ich habe so viele getötet.. So vielen das leben entrissen wie mein Eigentum.. so viel leid gebracht… Ich wollte mich in den Eisfluss stürzen habe es aber überlebt.. Wurde von den Betas verfolgt… Sie waren die letzten die ich tötete….. Vor knapp einem Monat oder länger ich weis es nicht…. Ich bin nicht besser als er und das Blut klebt an meiner Seele wie Lehm an einem Stein….“
Er verstummte.. Seine Stimme war trauererfüllt gequält und völlig verletzt gewesen. Er wusste nicht warum er es erzählt hatte warum er sich anvertraut hatte warum er einer fremden erzählte was niemand sonst je erfahren hatte…. Er lies den kopf sinken und rollte sich zusammen. Im Moment fühlte er den ganzen Schmerz in sich. Den Schmerz den er zu verbergen gewusst hatte. Aber die Wand war im bröckeln. Sein Geist blutete wie seine beute es getan hatte. Die Enttäuschung und die Wut auf sich selbst. Er war im Moment verletzlich… Wurde sich dessen bewusst und versuchte es zu hemmen. Er schaffte es aber sein Blick war gequält als wolle er nicht wieder hinter seine Maske zurück aber dan wurde er wieder neutral. und doch schimmerte es noch in seinen blauen Seelenspiegeln.
„Ich wollte dich damit nicht behelligen. Was ich vorher meinte war auf die Nacht bezogen… ich würde in der Abenddämmerung losgehen.“
Der erste Satz war eine Entschuldigung der zweite schien für ihn eine art Ventil zu sein, durch das er sein Unwohles leeres Gefühl wegdrücken konnte. Er wollte nicht alleine sein nicht in sich selbst.
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Fjarl

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BeitragThema: Re: Ein Rudel entsteht...   Do Aug 20, 2009 12:53 am

"Ziemlich furchterregend deine Vorstellung," grollte Fjarl der Fähe zu und beschnupperte die Luft nach weiteren Feinden, "wir sollten zusehen, dass wir noch ein wenig Schlaf bekommen, es wird schon bald dämmern."
Der schwarze Wolf drehte sich auf der Stelle ruckartig um und marschierte zurück auf die Lichtung, sein Hinken war nun fast nichtmehr wahrnehmbar, und sein Lauf schmerzte nurnoch ganz leicht, er spürte es kaum noch.
Nachdem auch Neela ihren Platz auf der Lichtung wieder eingenommen hatte schlief Fjarl schnell ein, und nun war es ein ruhiger Schlaf in den er fiel.

Die Wärme der ersten Sonnenstrahlen und das summen der insekten auf der Lichtung weckten ihn aus dem Schlummer, und während er sich vergewisserte, dass Neela noch da lag, streckte er sich und gähnte ausgiebig. Die Sonne stand sehr flach, sie musste erst vor wenigen Minuten aufgegangen sein. So leise er konnte schlich sich Fjarl zu dem Kadaver und riss einige Brocken heraus die er herunterwürgte, danach trank er soviel er konnte und schleifte anschließend den Kadaver zu Neelas Schlafplatz um ihn ihr in feinster Marnier anzubieten.
Als die junge Wölfin den Kopf hob verneigte Fjarl sich stolz und zugleich unterwürfig vor ihr und trat einige Schritte von dem totem Reh zurück.
"Da du ebenfalls allein reist... was ich dich fragen wollte... Nun.. ich breche nach Süden auf, ich hoffe dort gibt es mehr Beute, würdest du gern mit mir ziehen?"
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